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Blasenschwäche (Inkontinenz)
Definition
der Blasenschwäche (Inkontinenz)
Zielgerecht
einsetzendes und lebenslang mögliches
Beherrschen der Ausscheidung von
Harn und Stuhl ist eine wesentliche
Voraussetzung für die Gesellschaftsfähigkeit
jedes Einzelnen.
Mit
dem medizinischen Begriff Inkontinenz
wird der Verlust der Fähigkeit
bezeichnet, Urin oder Stuhl bewusst
zurückzuhalten und nach eigenem
Willen den Zeitpunkt der Entleerung
zu bestimmen.
Die
Harninkontinenz - der unfreiwillige
Abgang des Urins - tritt am häufigsten
auf.
Mit
Hilfe von Inkontinenzprodukten
kann man die Situation der betroffenen
Personen wesentlich erleichtern,
ihre Mobilität fördern,
d.h. also eine weitgehend unbefangene
Teilnahme am Leben ermöglichen.
Medizinisch
gesehen ist die Blasenschwäche
keine Krankheit, sondern das Begleitsymptom
einer Grunderkrankung, die medizinische
abgeklärt werden muss.

Ursachen der Harninkontinenz
Ist
der Funktionsmechanismus der Blasenentleerung
gestört, kommt es zur Harninkontinenz.
Wenn nun das Verschluss-System
nicht mehr richtig funktionsfähig
ist, spricht man von einer passiven
Inkontinenz.
Hierbei handelt es sich um eine
Gewebsschwäche der Muskulatur
des Beckenbodens, hervorgerufen
durch Ermüdung, Geburten
und Übergewicht.
Bei
der sogenannten aktiven Inkontinenz
macht sich die Blasenmuskulatur
selbstständig und zieht sich
ohne Willensentscheidung zusammen.
Dabei kommt es oft zur vollständigen
Blasenentleerung. Solch eine Überaktivität
wird meist durch eine chronische
Blasenentzündung hervorgerufen.
Ebenso
verliert man die Kontrolle über
die Blasenentleerung bei teilweiser
oder vollständiger Unterbrechung
der Nervenversorgung zwischen
Gehirn, Rückenmark und Blase.
Die Ursachen hierfür können
Unfallschäden (z.B. Querschnittslähmung),
Organfunktionsstörungen oder
Stoffwechselstörungen (z.B.
Diabetes) sein. In ganz seltenen
Fällen ist die Einnahme von
Medikamenten verantwortlich (z.B.
Neuroleptika).

Die Formen der Inkontinenz
1.
Stressinkontinenz
Diese
Form der Harninkontinenz tritt
besonders häufig bei Frauen
auf mit anlagebedingter Bindegewebsschwäche.
Durch die Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur,
die durch Geburten, schwere körperliche
Arbeit, Übergewicht, oft
verstärkt durch Östrogenmangel
in den Wechseljahren, hervorgerufen
wird, ist die Verschlusskraft
des Schließmuskelapparates
herabgesetzt.
Kann der Schließmuskel den
Druckanstieg, der durch körperliche
Anstrengung wie Heben von Lasten
oder Sport, Lachen, Husten oder
Niesen entsteht, nicht mehr bewältigen,
kommt es zu einem unfreiwilligen
Abgang des Urins.
Durch
bestimmte organische Erkrankungen
(z.B. Prostataleiden) und nervliche
Fehlsteuerungen kann die Blasenmuskulatur
überregt werden. Sie reagiert
dann überaktiv.
Bei starkem Harndrang kommt es
dann zur spontanen Blasenentleerung,
wobei sich die Blase ganz oder
teilweise sturzbachartig
entleert.
Diese Form von Inkontinenz äußert
sich zu Beginn mit einem häufigen
Bedürfnis Wasser zu lassen.
Hier kann der Urin aber gerade
noch gehalten werden. Erst im
fortgeschrittenen Stadium der
Dranginkontinenz kann der Harndrang
nicht mehr beherrscht werden.
Die Ursachen für die Dranginkontinenz
liegen überwiegend in Harnwegsinfektionen,
Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes,
degenerative Erkrankungen des
Nervensystems sowie Vergrößerung
und Entzündung der Prostata.
Bei Männern geht oftmals
die Dranginkontinenz durch Prostataleiden
in die Überlaufinkontinenz
über.
Hier
sind fast nur Männer
betroffen. Durch die Einengung
der Harnröhre, die unter
anderem durch altersbedingte
Prostatavergrößerung
ausgelöst wird, staut sich
der Urin in der Blase an und überdehnt
die Blasenmuskulatur.
Die Blase kann sich nicht mehr
richtig zusammenziehen und den
Urin austreiben. Dadurch erhöht
sich die Restharnmenge. Zur Blasenentleerung
muss nun stark gepresst werden.
Mit zunehmendem Krankheitsverlauf
läuft die Blase regelrecht
über, überwindet die
Harnröhrenenge und somit
geht ständig Urin tropfenweise
ab.
Durch den verbleibenden Resturin
werden zusätzliche Krankheiten
begünstigt, da sich Bakterien
ansammeln, die nicht mit dem Harn
ausgeschieden werden können.
Bei dieser Form der Inkontinenz
muss die Blockade durch die Prostata
meist operativ entfernt werden.
Sie
ist die Folge neurologischer
Erkrankungen, bei denen das
Rückenmark oder das Gehirn
geschädigt wurde, wie z.B.
Querschnittslähmung, Multiple
Sklerose oder Tumoren.
So kommt es zu Unterbrechung zwischen
Blase und Gehirn. Die Blasenentleerung
kann nicht mehr willentlich gesteuert
werden. Die Blase funktioniert
wie bei den Säuglingen automatisch.
Der Urin geht je nach Füllungsgrad
der Blase oder durch äußere
Reize ab.
Die Beeinflussung durch äußere
Reize wird aber ausgenutzt, um
durch Blasenklopftraining,
kombiniert mit medikamentöser
Behandlung, den Reflex zur Entleerung
gezielt auszulösen. Es kann
also eine zeitlich abgestimmte
Entleerung erfolgen.
5.
Extraurethale oder extraversikale
Inkontinenz (selten)
Ursachen
hierfür sind angeborene
Fehlbildungen und Fisteln.
Der Harn wird unter Umgehung der
Blase, der Harnröhre und
des Schließmuskels ausgeschieden,
wobei die Speicherfähigkeit
der Blase bzw. der Schließmuskelapparat
selbst nicht beeinträchtigt
sind.
Aus diesem Grund wird diese Form
der Inkontinenz als Scheininkontinenz
bezeichnet.

Behandlung der Inkontinenz
Da
die Inkontinenz das Symptom einer
Erkrankung ist, sollte zuallererst
diese Grunderkrankung therapiert
werden.
In vielen Fällen ist jedoch
die eigentliche Ursache nicht
heilbar (z.B. Multiple Sklerose,
Rückenmarksverletzungen).
Ein operativer Eingriff (z.B.
Prostataleiden) bringt bei vielen
Formen der Stress- und Überlaufinkontinenz
den gewünschten Erfolg.
Ist die Grunderkrankung nicht
therapiefähig oder ein operativer
Eingriff nicht zu raten, so bleibt
die konservative Behandlungsmethode,
die den Betroffenen eine gewisse
Mobilität sichert.

Konservative Behandlungsmethoden
1.
Beckenbodentraining
Durch
gezielte krankengymnastische Übungen
wird die Bauchdecken-, Zwerchfell-
und Beckenmuskulatur
gekräftigt.
Vor allem bei der Stressinkontinenz
kann so Besserung erzielt werden.
Durch
eine Diät wird das Gewicht
reduziert und somit der Beckenboden
entlastet. Die Stressinkontinenz
wird gelindert.
Man
versucht durch mehrmaliges Aufsuchen
der Toilette und Wasserlassen
der Inkontinenz vorzukommen. Hierbei
ist es hilfreich, darauf zu achten,
wie viel man getrunken hat. Ebenso
kann man die Flüssigkeitszufuhr
zu bestimmten Zeiten regeln, um
dann die Möglichkeit zu haben,
kontrolliert die Toilette aufzusuchen.
Diese
Methode wird bei der Reflexinkontinenz
angewendet. Durch Beklopfen der
Blasengegend in regelmäßigen
Zeitabständen wird der Reflex
ausgelöst, die Blase zieht
sich zusammen, es kommt zum Urinabgang.
Wird
vor allem bei der Dranginkontinenz
eingesetzt um sie zu lindern
oder zu beheben.
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Paul
Hartmann AG, Heidenheim
Paul-Hartmann-Straße
12
89522 Heidenheim
www.molimed.de
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Beckenbodentraining
Die
Muskulatur des Beckenbodens ist
unserem Willen unterworfen, d.h.
wir können sie bewusst entspannen
oder anspannen. Dies lässt
sich sehr leicht feststellen,
wenn man beim Wasserlassen den
Urinstrahl bewusst unterbricht.
Beim
Beckenbodentraining werden diese
Muskeln gestärkt.
Wichtig
ist die Atmung bei den
nachfolgenden Übungen. Beim
Einatmen wird der Brustraum größer
und der Bauchraum kleiner, dadurch
steigt der Druck auf die Beckenbodenmuskulatur.
Beim Ausatmen lässt der Druck
auf den Beckenboden nach, deshalb
gilt:
| Einatmen |
Muskulatur
entspannen |
| Ausatmen |
Muskulatur
anspannen |
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Übungsbeginn
Vor
Beginn der eigentlichen Übung
steht die Entlastung des Beckenbodens
durch eine einfache Umkehrung
der Druckverhältnisse im
Becken. Dauer: ca. 5 Minuten.
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Vorübung
1
Beugen
Sie im Knien den Oberkörper
nach vorn.
Mit den Unterarmen stützen
Sie sich auf den Boden ab,
der Kopf ruht in den Händen.
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Vorübung
2
Die
Unterschenkel werden auf
einen Hocker oder Stuhl
gelegt. Das Becken liegt
auf einem Kissen leicht
erhöht.
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Übung
1
Beim
Stehen, Sitzen oder Liegen
kreuzen Sie die Beine und
drücken beim Ausatmen
die Fußaußenkanten
gegeneinander.
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Übung 2
Setzen
Sie sich auf einen harten
Stuhl und machen Sie einen
runden Rücken. Das
erleichtert das Zusammenziehen
der Afterregion. Konzentrieren
Sie sich auf den Beckenboden,
und kneifen Sie beim Ausatmen
die Muskeln zusammen.
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Übung
3
Sitzen
im Hohlkreuz erleichtert
das Zusammenziehen der Muskulatur
um Harnröhre und Scheide.
Konzentrieren Sie sich auf
den Beckenboden und kneifen
Sie beim Ausatmen die Muskeln
zusammen.
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Übung 4
Beim
Üben gegen einen festen
Widerstand im Reitersitz
wird die Anspannung durch
den gezielten Gegendruck
erleichtert und gut spürbar.
Setzen Sie sich auf eine
feste Handtuchrolle und
kneifen Sie beim Ausatmen
die Muskeln zusammen.
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Übung
5
Im
freien Sitz sind die Beine
angewinkelt, die Unterschenkel
gegrätscht und die
Hände drücken
die Knie zusammen. Versuchen
Sie nun, die Oberschenkel
gegen den Widerstand der
Hände zu öffnen.
Atmen Sie dabei aus.
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Übung für den
Notfall
Ein
Tipp für Notfälle,
mit dem sich ein plötzlicher
Harndrang sofort bessert.
Beugen Sie einfach den Oberkörper
nach unten Der Druck im
Bauchraum wird so in die
entgegengesetzte Richtung
gelenkt.
Diese Übung lässt
sich auch im Alltag gut
tarnen, indem Sie vorgeben,
sich die Schuhe zuzubinden.
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| Diese
Übungen sollten
möglichst einmal
pro Tag angewendet
werden, denn je öfter
geübt wird, desto
größer
ist der Erfolg. |
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Inkontinenzprodukte
Je
nach Stärke der Inkontinenz,
stehen verschiedene Produkte zur
Auswahl, die Urin aufsaugen.
 
Bei
leichter bis mittlerer Blasenschwäche
empfiehlt sich eine Vorlage.
Diese sollte anatomisch geformt
sein, damit ein angenehmes Tragen
gewährleistet wird.
Spezielle
Hersteller verwenden Geruchsbinder
in Ihren Saugsystemen, da der
Urin bei der Ausscheidung von
Bakterien zersetzt wird und das
zu unangenehmen Gerüchen
führt.
Vorlagen
sind in verschieden Saugstärken
erhältlich.
Zur Neuentwicklung in der Inkontinenzpflege
gehört eine Vorlage speziell
für Männer, die
den Tragekomfort sichern.
| Natürlich
steht Ihnen noch eine
Vielzahl an Produkten
zur Verfügung.
Wir sind Ihnen bei
der Auswahl des richtigen
Inkontinenzproduktes,
das Ihren Anforderungen
gerecht wird, sehr
gern behilflich. |
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Deutsche Kontinenz Gesellschaft
Auf
dieser Website
finden Sie
alles Wichtige
und Wissenswerte
zum Thema Inkontinenz,
wie die Deutsche
Kontinenz Gesellschaft
arbeitet und
was an praktischer
Hilfe für
Betroffene
bereitsteht.
Internet: www.gih.de |
www.kontinenz-gesellschaft.de


Inkontinenz
Selbsthilfe
Die
Inkontinenz Selbsthilfe
ist ein bundesweit
tätiger Selbsthilfe-Verein,
der im Jahr 2006
von Menschen gegründet
wurde, die selbst
von Inkontinenz
betroffen bzw.
Angehörige
von Betroffenen
sind. Ziel des
Vereins ist es,
die Lebensumstände
von Inkontinenz-Betroffenen
und deren Angehörigen
zu verbessern.
Internet:
www.inkontinenz-selbsthilfe.com

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