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    : : : Blasenschwäche (Inkontinenz) - das oft verschwiegene Leiden : : :

Blasenschwäche (Inkontinenz)Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen!

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Blasenschwäche (Inkontinenz)


Definition der Blasenschwäche (Inkontinenz)

Zielgerecht einsetzendes und lebenslang mögliches Beherrschen der Ausscheidung von Harn und Stuhl ist eine wesentliche Voraussetzung für die Gesellschaftsfähigkeit jedes Einzelnen.

Mit dem medizinischen Begriff Inkontinenz wird der Verlust der Fähigkeit bezeichnet, Urin oder Stuhl bewusst zurückzuhalten und nach eigenem Willen den Zeitpunkt der Entleerung zu bestimmen.

Die Harninkontinenz - der unfreiwillige Abgang des Urins - tritt am häufigsten auf.

Mit Hilfe von Inkontinenzprodukten kann man die Situation der betroffenen Personen wesentlich erleichtern, ihre Mobilität fördern, d.h. also eine weitgehend unbefangene Teilnahme am Leben ermöglichen.

Medizinisch gesehen ist die Blasenschwäche keine Krankheit, sondern das Begleitsymptom einer Grunderkrankung, die medizinische abgeklärt werden muss.


Ursachen der Harninkontinenz

Ist der Funktionsmechanismus der Blasenentleerung gestört, kommt es zur Harninkontinenz. Wenn nun das Verschluss-System nicht mehr richtig funktionsfähig ist, spricht man von einer passiven Inkontinenz.
Hierbei handelt es sich um eine Gewebsschwäche der Muskulatur des Beckenbodens, hervorgerufen durch Ermüdung, Geburten und Übergewicht.

Bei der sogenannten aktiven Inkontinenz macht sich die Blasenmuskulatur selbstständig und zieht sich ohne Willensentscheidung zusammen. Dabei kommt es oft zur vollständigen Blasenentleerung. Solch eine Überaktivität wird meist durch eine chronische Blasenentzündung hervorgerufen.

Ebenso verliert man die Kontrolle über die Blasenentleerung bei teilweiser oder vollständiger Unterbrechung der Nervenversorgung zwischen Gehirn, Rückenmark und Blase. Die Ursachen hierfür können Unfallschäden (z.B. Querschnittslähmung), Organfunktionsstörungen oder Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes) sein. In ganz seltenen Fällen ist die Einnahme von Medikamenten verantwortlich (z.B. Neuroleptika).


Die Formen der Inkontinenz

1. Stressinkontinenz

Diese Form der Harninkontinenz tritt besonders häufig bei Frauen auf mit anlagebedingter Bindegewebsschwäche. Durch die Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur, die durch Geburten, schwere körperliche Arbeit, Übergewicht, oft verstärkt durch Östrogenmangel in den Wechseljahren, hervorgerufen wird, ist die Verschlusskraft des Schließmuskelapparates herabgesetzt.

Kann der Schließmuskel den Druckanstieg, der durch körperliche Anstrengung wie Heben von Lasten oder Sport, Lachen, Husten oder Niesen entsteht, nicht mehr bewältigen, kommt es zu einem unfreiwilligen Abgang des Urins.

2. Dranginkontinenz

Durch bestimmte organische Erkrankungen (z.B. Prostataleiden) und nervliche Fehlsteuerungen kann die Blasenmuskulatur überregt werden. Sie reagiert dann überaktiv.

Bei starkem Harndrang kommt es dann zur spontanen Blasenentleerung, wobei sich die Blase ganz oder teilweise sturzbachartig entleert.

Diese Form von Inkontinenz äußert sich zu Beginn mit einem häufigen Bedürfnis Wasser zu lassen. Hier kann der Urin aber gerade noch gehalten werden. Erst im fortgeschrittenen Stadium der Dranginkontinenz kann der Harndrang nicht mehr beherrscht werden.

Die Ursachen für die Dranginkontinenz liegen überwiegend in Harnwegsinfektionen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, degenerative Erkrankungen des Nervensystems sowie Vergrößerung und Entzündung der Prostata.

Bei Männern geht oftmals die Dranginkontinenz durch Prostataleiden in die Überlaufinkontinenz über.

3. Überlaufinkontinenz

Hier sind fast nur Männer betroffen. Durch die Einengung der Harnröhre, die unter anderem durch altersbedingte Prostatavergrößerung ausgelöst wird, staut sich der Urin in der Blase an und überdehnt die Blasenmuskulatur.

Die Blase kann sich nicht mehr richtig zusammenziehen und den Urin austreiben. Dadurch erhöht sich die Restharnmenge. Zur Blasenentleerung muss nun stark gepresst werden. Mit zunehmendem Krankheitsverlauf läuft die Blase regelrecht über, überwindet die Harnröhrenenge und somit geht ständig Urin tropfenweise ab.

Durch den verbleibenden Resturin werden zusätzliche Krankheiten begünstigt, da sich Bakterien ansammeln, die nicht mit dem Harn ausgeschieden werden können. Bei dieser Form der Inkontinenz muss die Blockade durch die Prostata meist operativ entfernt werden.

4. Reflexinkontinenz

Sie ist die Folge neurologischer Erkrankungen, bei denen das Rückenmark oder das Gehirn geschädigt wurde, wie z.B. Querschnittslähmung, Multiple Sklerose oder Tumoren.

So kommt es zu Unterbrechung zwischen Blase und Gehirn. Die Blasenentleerung kann nicht mehr willentlich gesteuert werden. Die Blase funktioniert wie bei den Säuglingen automatisch. Der Urin geht je nach Füllungsgrad der Blase oder durch äußere Reize ab.

Die Beeinflussung durch äußere Reize wird aber ausgenutzt, um durch Blasenklopftraining, kombiniert mit medikamentöser Behandlung, den Reflex zur Entleerung gezielt auszulösen. Es kann also eine zeitlich abgestimmte Entleerung erfolgen.

5. Extraurethale oder extraversikale Inkontinenz (selten)

Ursachen hierfür sind angeborene Fehlbildungen und Fisteln. Der Harn wird unter Umgehung der Blase, der Harnröhre und des Schließmuskels ausgeschieden, wobei die Speicherfähigkeit der Blase bzw. der Schließmuskelapparat selbst nicht beeinträchtigt sind.

Aus diesem Grund wird diese Form der Inkontinenz als Scheininkontinenz bezeichnet.


Behandlung der Inkontinenz

Da die Inkontinenz das Symptom einer Erkrankung ist, sollte zuallererst diese Grunderkrankung therapiert werden.
In vielen Fällen ist jedoch die eigentliche Ursache nicht heilbar (z.B. Multiple Sklerose, Rückenmarksverletzungen).
Ein operativer Eingriff (z.B. Prostataleiden) bringt bei vielen Formen der Stress- und Überlaufinkontinenz den gewünschten Erfolg.
Ist die Grunderkrankung nicht therapiefähig oder ein operativer Eingriff nicht zu raten, so bleibt die konservative Behandlungsmethode, die den Betroffenen eine gewisse Mobilität sichert.


Konservative Behandlungsmethoden

1. Beckenbodentraining

Durch gezielte krankengymnastische Übungen wird die Bauchdecken-, Zwerchfell- und Beckenmuskulatur gekräftigt.

Vor allem bei der Stressinkontinenz kann so Besserung erzielt werden.

2. Gewichtsreduktion

Durch eine Diät wird das Gewicht reduziert und somit der Beckenboden entlastet. Die Stressinkontinenz wird gelindert.

3. Toilettentraining

Man versucht durch mehrmaliges Aufsuchen der Toilette und Wasserlassen der Inkontinenz vorzukommen. Hierbei ist es hilfreich, darauf zu achten, wie viel man getrunken hat. Ebenso kann man die Flüssigkeitszufuhr zu bestimmten Zeiten regeln, um dann die Möglichkeit zu haben, kontrolliert die Toilette aufzusuchen.

4. Blasenklopftraining

Diese Methode wird bei der Reflexinkontinenz angewendet. Durch Beklopfen der Blasengegend in regelmäßigen Zeitabständen wird der Reflex ausgelöst, die Blase zieht sich zusammen, es kommt zum Urinabgang.

5. Arzneitherapie

Wird vor allem bei der Dranginkontinenz eingesetzt um sie zu lindern oder zu beheben.

PAUL HARTMANN AG Paul Hartmann AG, Heidenheim
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Beckenbodentraining

Die Muskulatur des Beckenbodens ist unserem Willen unterworfen, d.h. wir können sie bewusst entspannen oder anspannen. Dies lässt sich sehr leicht feststellen, wenn man beim Wasserlassen den Urinstrahl bewusst unterbricht.

Beim Beckenbodentraining werden diese Muskeln gestärkt.

Wichtig ist die Atmung bei den nachfolgenden Übungen. Beim Einatmen wird der Brustraum größer und der Bauchraum kleiner, dadurch steigt der Druck auf die Beckenbodenmuskulatur. Beim Ausatmen lässt der Druck auf den Beckenboden nach, deshalb gilt:

Einatmen Muskulatur entspannen
Ausatmen Muskulatur anspannen

Übungsbeginn

Vor Beginn der eigentlichen Übung steht die Entlastung des Beckenbodens durch eine einfache Umkehrung der Druckverhältnisse im Becken. Dauer: ca. 5 Minuten.

Beckenbodentraining

Vorübung 1

Beugen Sie im Knien den Oberkörper nach vorn.
Mit den Unterarmen stützen Sie sich auf den Boden ab, der Kopf ruht in den Händen.

Beckenbodentraining

Vorübung 2

Die Unterschenkel werden auf einen Hocker oder Stuhl gelegt. Das Becken liegt auf einem Kissen leicht erhöht.

Übung 1

Beim Stehen, Sitzen oder Liegen kreuzen Sie die Beine und drücken beim Ausatmen die Fußaußenkanten gegeneinander.

Beckenbodentraining
Beckenbodentraining


Übung 2

Setzen Sie sich auf einen harten Stuhl und machen Sie einen runden Rücken. Das erleichtert das Zusammenziehen der Afterregion. Konzentrieren Sie sich auf den Beckenboden, und kneifen Sie beim Ausatmen die Muskeln zusammen.

Übung 3

Sitzen im Hohlkreuz erleichtert das Zusammenziehen der Muskulatur um Harnröhre und Scheide. Konzentrieren Sie sich auf den Beckenboden und kneifen Sie beim Ausatmen die Muskeln zusammen.

Beckenbodentraining
Beckenbodentraining


Übung 4

Beim Üben gegen einen festen Widerstand im Reitersitz wird die Anspannung durch den gezielten Gegendruck erleichtert und gut spürbar. Setzen Sie sich auf eine feste Handtuchrolle und kneifen Sie beim Ausatmen die Muskeln zusammen.

Übung 5

Im freien Sitz sind die Beine angewinkelt, die Unterschenkel gegrätscht und die Hände drücken die Knie zusammen. Versuchen Sie nun, die Oberschenkel gegen den Widerstand der Hände zu öffnen. Atmen Sie dabei aus.

Beckenbodentraining
Beckenbodentraining


Übung für den Notfall

Ein Tipp für Notfälle, mit dem sich ein plötzlicher Harndrang sofort bessert. Beugen Sie einfach den Oberkörper nach unten Der Druck im Bauchraum wird so in die entgegengesetzte Richtung gelenkt.

Diese Übung lässt sich auch im Alltag gut tarnen, indem Sie vorgeben, sich die Schuhe zuzubinden.


Diese Übungen sollten möglichst einmal pro Tag angewendet werden, denn je öfter geübt wird, desto größer ist der Erfolg.


Inkontinenzprodukte

Je nach Stärke der Inkontinenz, stehen verschiedene Produkte zur Auswahl, die Urin aufsaugen.

TENA - InkontinenzprodukteTENA - Inkontinenzprodukte

Bei leichter bis mittlerer Blasenschwäche empfiehlt sich eine Vorlage. Diese sollte anatomisch geformt sein, damit ein angenehmes Tragen gewährleistet wird.

Spezielle Hersteller verwenden Geruchsbinder in Ihren Saugsystemen, da der Urin bei der Ausscheidung von Bakterien zersetzt wird und das zu unangenehmen Gerüchen führt.

Vorlagen sind in verschieden Saugstärken erhältlich.
Zur Neuentwicklung in der Inkontinenzpflege gehört eine Vorlage speziell für Männer, die den Tragekomfort sichern.

Natürlich steht Ihnen noch eine Vielzahl an Produkten zur Verfügung. Wir sind Ihnen bei der Auswahl des richtigen Inkontinenzproduktes, das Ihren Anforderungen gerecht wird, sehr gern behilflich.


Link-Tipp


Deutsche Kontinenz Gesellschaft

Auf dieser Website finden Sie alles Wichtige und Wissenswerte zum Thema Inkontinenz, wie die Deutsche Kontinenz Gesellschaft arbeitet und was an praktischer Hilfe für Betroffene bereitsteht.

Internet: www.gih.de | www.kontinenz-gesellschaft.de

Deutsche Kontinenz Gesellschaft

Inkontinenz Selbsthilfe

Die Inkontinenz Selbsthilfe ist ein bundesweit tätiger Selbsthilfe-Verein, der im Jahr 2006 von Menschen gegründet wurde, die selbst von Inkontinenz betroffen bzw. Angehörige von Betroffenen sind. Ziel des Vereins ist es, die Lebensumstände von Inkontinenz-Betroffenen und deren Angehörigen zu verbessern.

Internet: www.inkontinenz-selbsthilfe.com

 
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