Insulin
- halb so schlimm!
Der
größte Teil der
Typ-2-Diabetiker ist übergewichtig.
Und die meisten von ihnen
benötigten überhaupt
keine Medikamente, weder Tabletten
und schon gar kein Insulin
- würden sie nur kräftig
abnehmen und ihr Normalgewicht
erzielen.

Was passiert im Körper?
Bei
einem normalgewichtigen Typ-2-Diabetiker
mit vernünftiger Ernährung
produziert die Bauchspeicheldrüse
noch für eine lange Zeit
so viel Insulin, dass es ausreicht,
den Körper zu versorgen.
Bei
Übergewicht aber reicht
das vorhandene Insulin nicht
mehr aus!
Denn
das mit dem Übergewicht
in Verbindung stehende vermehrte
Fettgewebe verursacht
eine sogenannte Insulinresistenz.
Das bedeutet: Die Bauchspeicheldrüse
muss ständig mehr Insulin
produzieren, als bei Normalgewicht
nötig wäre. Das
Resultat daraus: Sie wird
vorzeitig erschöpft.
Die Insulinproduktion lässt
im Laufe der Zeit immer mehr
nach.
Um
den Blutzucker auf einem akzeptablen
Niveau zu halten, benötigt
der Typ-2-Diabetiker schließlich
Medikamente, die die
Bauchspeicheldrüse zu
weiterer Insulinbildung anregen
- Antidiabetika in Form
von Tabletten. Das kann
Jahre gut gehen, oft bis ans
Lebensende. Oder aber die
Bauchspeicheldrüse stellt
irgendwann ihre Insulinproduktion
ein.

Keine Angst vor der Spritze
Ohne
das Hormon Insulin kann der
Mensch bekanntlich nicht leben.
Denn nur mit seiner Hilfe
werden die zu Traubenzucker
(Glukose) abgebauten Kohlenhydrate
in die Zellen eingeschleust.
Fehlt Insulin, würde
der Blutzucker schnell auf
gefährliche Höhen
ansteigen und den Körper
"vergiften". Um
dem zu entgehen, müssen
sich auch Typ-2-Diabetiker,
mit kaum noch vorhandener
eigener Insulinproduktion
zusätzlich zu ihren
Tabletten täglich Insulin
spritzen. Häufig
reicht dazu eine Injektion
am Tag - entweder morgens
oder abends. Richtig gelernt,
ist Insulin-Spritzen gar nicht
schlimm. Und es ist auch kein
Merkmal für die Schwere
der Diabetes, wenn gespritzt
werden muss. Es kommt vielmehr
darauf an, ob der Stoffwechsel
auf Dauer gut eingestellt
werden kann.
Leider gibt es bis heute noch
keine Möglichkeit, Insulin
zum Beispiel als Tablette
dem Körper zuzuführen.
Da Insulin ein Eiweißkörper
ist, würde es durch die
Verdauungssäfte in Magen
und Darm in seine Bestandteile
zerlegt. Es käme also
gar nicht erst in die Blutbahn.
Aus diesem Grund muss es gespritzt
werden.

Verschiedene Insuline - unterschiedliche
Wirkungsdauer
 |
Normalinsulin
wirkt schnell und kurz,
ähnlich dem aus der
Bauchspeicheldrüse
abgegebenen Insulin. Es
wird auch als Altinsulin,
kurzwirkendes, schnellwirkendes,
Essenz- oder Bolus-Insulin
bezeichnet. Normalinsulin
kann mit Verzögerungsinsulin
in einer Spritze gemischt
werden (allerdings nicht
mit solchen, die Zink
enthalten!). |
 |
Verzögerungsinsulin
enthält einen Bestandteil,
der dafür sorgt,
dass das Insulin nur langsam
ans Blut abgegeben wird.
Verzögerungsinsulin
wird auch als Intermediär-
oder Langzeitinsulin bezeichnet. |
 |
Mischinsulin
besteht aus einer festen
Mischung von Normal- und
Verzögerungsinsulin.
Die Firmen bieten eine
breite Palette fertiger
Mischungen in verschiedenen
Mischungsverhältnissen
an. Das Mischungsverhältnis
wird dabei als Zahl nach
dem Namen angegeben. So
enthält zum Beispiel
das fertige Mischinsulin
Actraphane(r)HM
30/70 30 Prozent
Normalinsulin und 70 Prozent
Verzögerungsinsulin. |
| |
Normalinsulin |
Verzögerungsinsulin |
|
Wirkungseintritt
|
nach
10-15 Minuten |
nach
90 Minuten |
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stärkste
Wirkung
|
nach
1-2 Stunden |
nach
4-6 Stunden |
|
Wirkdauer
|
ca.
4-5 Stunden |
ca.
10-12 Stunden |
|
Anhand der Essgewohnheiten
und der gemessenen Blutzuckerwerte
sucht der Arzt das geeignete
Insulin individuell für
jeden Diabetiker aus. Dabei
ist ein einmal empfohlenes
Schema niemals ein starres.

Der Insulinbedarf kann sich
ändern ...
 |
So
steigt der Insulinbedarf
bei akuten Erkrankungen
(besonders bei Fieber)
oder bei Gewichtszunahme
(auch durch Medikamente,
z.B. Kortison). |
 |
Andererseits
sinkt der Insulinbedarf
bei Gewichtsabnahme
und bei körperlicher
Bewegung. |
 |
Wenn
Probleme auftreten,
Ihre selbst ermittelten
Blutzuckerwerte unbefriedigend
sind, reden Sie auf
jeden Fall umgehend mit
Ihrem Arzt! |
Wenn
Sie Fragen zur richtigen Spritztechnik
haben, zur Lagerung
und Handhabung Ihres
Insulins oder Ihre Ernährung
umstellen wollen, gern
beantwortet Ihnen Ihre Apotheke
diese Fragen, berät Sie
oder übt mit Ihnen das
richtige Spritzen.
Wir
freuen uns auf Ihren Besuch.
