
Impfkalender
für Säuglinge, Kinder
Jugendliche und
Erwachsene
Empfehlungen
der Ständigen
Impfkommission (STIKO)
(Stand: Juli 2009)
Impfkalender
Links
zum Thema Impfung/Reiseimpfberatung
Alle
Kinder gegen Windpocken impfen
Künftig
sollten alle Kinder gegen Windpocken
und alle Frauen mit Kinderwunsch
gegen Keuchhusten geimpft werden,
empfiehlt die Ständige Impfkommission.
Die
Ständige Impfkommission am Robert
Koch-Institut, die STIKO,
hat ihre Impfempfehlungen aktualisiert
und veröffentlicht. Die wesentlichen
Veränderungen: die Windpockenimpfung
wird die jetzt für alle Kinder
empfohlen, die Keuchhustenimpfung
allen Frauen mit Kinderwunsch.
Zu letzerer wird vor der Geburt
eines Kindes auch allen engen
Kontaktpersonen geraten. Außerdem
hat die STIKO die Impfempfehlungen
für chronisch Kranke präzisiert.
Mit
der aktuellen Empfehlung für
die Windpocken- oder Varizellenimpfung
wird diese zur Standardimpfung
im Impfkalender. Bislang war
sie eine so genannte Indikationsimpfung
für spezielle Risikogruppen
(und deren Kontaktpersonen)
sowie für Jugendliche, die noch
keine Windpocken hatten. Diese
Empfehlungen waren in der Vergangenheit
allerdings zu selten umgesetzt
worden.
Mit
dem nicht optimalen Impfstatus
von Personen mit chronischen
Krankheiten hat sich eine Arbeitsgruppe
der STIKO befasst. Chronische
Krankheiten werden nicht selten
als Kontraindikation (Hinderungsgrund)
angesehen, obwohl sie nach den
STIKO-Empfehlungen eindeutig
als "falsche Kontraindikation"
definiert sind. Die Kommission
hat deshalb in den einführenden
Absatz zum Impfkalender einen
Satz eingefügt, der ausdrücklich
darauf hinweist, dass auch Personen
mit chronischen Krankheiten
alle empfohlenen Standardimpfungen
erhalten sollten, sofern keine
spezifischen Kontraindikationen
vorliegen.
Impfungen
schützen nicht nur den Geimpften
vor der Krankheit. Bei Erreichen
hoher Durchimpfungsraten können
einzelne Krankheitserreger weltweit
ausgerottet werden. "Um dieses
Ziel in Deutschland auch bei
den Masern zu erreichen, muss
insbesondere die für den 15.
bis 23. Lebensmonat empfohlene
zweite Schutzimpfung wesentlich
häufiger genutzt werden", appelliert
Reinhard Kurth, Präsident des
Robert Koch-Instituts, an Eltern
und Ärzte.

Über
800 Maserfälle in
NRW
Die
Zahl der Masernerkrankungen
in Nordrhein-Westfalen (NRW)
hat sich über die Osterfeiertage
auf über 800 erhöht.
Wie das Landesinstitut für
den Öffentlichen Gesundheitsdienst
(LÖGD) in Münster
mitteilte, sind vor allem
Duisburg (263 Fälle),
Wesel (125 Fälle) und
Mönchengladbach (112
Fälle) besonders stark
betroffen. „Noch immer
werden täglich neue
Erkrankungen gemeldet. Kinder,
bei denen ein Verdacht auf
eine Masernerkrankung besteht,
dürfen auf keinen Fall
in eine Gemeinschaftseinrichtung
geschickt werden“,
appelliert Dr. Horst-Gerd
Baumeister, Leiter der Abteilung
Hygiene und Infektiologie
am LÖGD vor Schulbeginn
an alle betroffenen Eltern.
Typisch für Masern sind:
hohes Fieber mit ausgeprägtem
Krankheitsgefühl, ein
Ausschlag, der sich über
den ganzen Körper ausbreiten
kann, tränende, lichtempfindliche
Augen und ein ausgeprägter
Husten. Wenn die Krankheit
ohne Komplikationen verläuft,
verschwinden die Beschwerden
nach etwa 2 Wochen. „Am
Anfang einer Erkrankung sind
Masern nicht so leicht zu
erkennen – die Symptome
sind eher unspezifisch. Wenn
das Kind aber Fieber hat
und sich schlecht fühlt,
sollte der Arzt schnell aufgesucht
werden. Ein infiziertes Kind
ist eine große Gefahr
für andere ungeschützte
Kinder. Masern sind hochansteckend.
Nahezu jeder Kontakt führt
auch zu einer Übertragung“,
warnt Dr. Martin Terhardt,
niedergelassener Kinder-
und Jugendarzt aus Ratingen
vom Ausschuss Prävention
und Frühtherapie des
Berufsverbandes der Kinder-
und Jugendärzte (BVKJ).
Jugendliche
besonders gefährdet – Impfungen
dringend empfohlen
Die
meisten Erkrankten sind in
der Altersgruppe zwischen
12 und 18 Jahren. „Fast
alle uns bekannten Fälle
hatten keinen oder einen
nur unzureichenden Impfschutz.
Und leider sind viele in
diesem Alter nicht gegen
Masern immun. Wir raten daher
allen dringend, ihren Impfpass
zu überprüfen und
versäumte Impfungen
gegebenenfalls nachzuholen“,
rät Dr. Baumeister.
Bisher mussten 131 Personen
mit schweren Verläufen
in Krankenhäuser eingewiesen
werden. „Masern sind
alles andere als harmlos.
Je älter die Erkrankten
sind, desto häufiger
kommt es zu Komplikationen.
Mit den Masern können
Mittelohr- und Lungenentzündungen
auftreten. Wir fürchten
aber besonders die Masernenzephalitis – eine
Entzündung des Gehirns
durch die Masernviren, die
auch tödlich verlaufen
kann“, so Terhardt.
Neben den älteren Erkrankten
sind insbesondere auch Säuglinge
gefährdet. „Eine
seltene, aber fatale Spätfolge
der Masern ist die chronische
Gehirnentzündung „SSPE“ (Subakute
Sklerosierende Panenzephalitis).
Neueste Untersuchungen zeigen,
dass diese Erkrankung, die
immer tödlich verläuft,
vor allem nach Infektionen
im ersten Lebensjahr häufiger
auftritt. Mütter sollten
also unbedingt den eigenen
Impfstatus überprüfen
und den Säugling vor
einer Ansteckung schützen“,
so Terhardt. Nach Angaben
des LÖGD haben sich
während des laufenden
Masernausbruchs in NRW fast
50 Säuglinge mit Masern
angesteckt. Die Ständige
Impfkommission (STIKO) des
Robert Koch-Institutes empfiehlt
zwei Impfungen gegen Masern,
Mumps und Röteln (MMR)
für alle Kinder bis
zum zweiten Lebensjahr. Diese
Impfungen werden für
alle Kinder und Jugendlichen
bis 18 Jahre von der Kasse
erstattet. Auch wer sich
als Erwachsener beim Arzt
impfen lässt, muss keine
Praxisgebühr zahlen
- Impfungen sind Vorsorgeleistungen
und daher von dieser Gebühr
befreit.
Quelle: Kinder-
und Jugendärzte im Netz
(24. April 2006)
Internet:
www.kinderaerzteimnetz.de/bvkj/aktuelles1/show.php3?id=1961&nodeid=26

Der
Der Impfkalender für
Säuglinge, Kinder, Jugendliche
und Erwachsene (Tabelle 1)
umfasst Impfungen zum Schutz
vor: