
Wir möchten, dass Sie gesund
wiederkommen!
Die
folgenden Kurzbeschreibungen
der wichtigsten infektiösen
und parasitären Reisekrankheiten
sind in allgemeinverständlicher
Form abgefasst.
Sie
dienen Ihnen als Anhaltspunkt,
sollten Sie sich während
Ihrer Reise etwas zuziehen.
Bitte suchen Sie in jedem
Fall einen Arzt
auf, der Ihnen dann weiterhelfen
wird!
Links
zum Thema Reiseberatung
Infektiöse und parasitäre
Reisekrankheiten
AMÖBENRUHR
Amöben
sind Einzeller, die in Cystenform
mit unsauberem Trinkwasser,
rohen Salaten, Früchten,
Gemüsen unter unhygienischen
Bedingungen (auch durch Verschleppung
von Fliegen) übertragen
werden. Die Inkubationszeit
ist unterschiedlich, evtl. Monate,
da sich die Ruhramöbe symptomlos
im Darm aufhalten kann. Bei
Krankheitsausbruch kommt es
zu Durchfällen mit Blut-
und Schleimabgang, Leibkrämpfen,
meist auch Fieber und Allgemeinerscheinungen.
Die Krankheit beginnt nicht
so akut wie die bakterielle
Ruhr, kann aber länger
anhalten oder rezidivieren.
Als Spätkomplikation können
Amöbenabszesse in der Leber
auftreten. Diagnose der Amöbenruhr
durch mikroskopische Stuhluntersuchung,
der Leberamöbiasis durch
Blutteste und Spezialuntersuchungen.

AUSSATZ
siehe
unter Lepra
BANDWÜRMER
Die
erwachsenen, segmentierten Würmer,
die mehrere Meter lang werden
können, leben im Dünndarm
und verursachen nur selten Beschwerden.
Die Infektion erfolgt durch
Aufnahme von Cysten (Finnen)
mit rohem oder unzureichend
erhitztem Fleisch, meist vom
Rind oder Schwein, selten Fisch.
Durch die gesetzliche Lebensmittelhygiene
kommen diese Parasiten bei uns
kaum mehr vor, in anderen Ländern
sind Rinder- und Schweinebandwürmer
noch weit verbreitet. Lokale
Gerichte aus rohem, geräuchertem
oder ungegartem Fleisch oder
Fisch bergen immer ein gewisses
Risiko. Die Entwicklung der
Finne bis zum reifen Wurm dauert
2-3 Monate. Der Mensch bemerkt
die Infektion meist durch Abgang
von Bandwurmgliedern spontan
oder mit dem Stuhl. Ansonsten
wird die Diagnose durch mikroskopischen
Ei-Nachweis erbracht. Bei unsauberer
Hygiene oder über kontaminierte
Nahrung können Eier des
Schweinebandwurms gelegentlich
auch vom Menschen aufgenommen
werden und sich in Muskeln,
Organen oder sogar im Gehirn
zu Finnen (Cysten) entwickeln.
Eine solche "Cysticercose" kann
ein schweres Krankheitsbild
machen und erfordert Behandlung
durch Spezialisten.
BARTONELLOSE
(Carrion'sche Krankheit, Oroyafieber)
Bakterielle
Infektion, die zu einer fieberhaften
Erkrankung mit Lymphknotenschwellungen
und schwerer Blutarmut führt.
Im weiteren Verlauf kann es
zu warzenförmigen Hautveränderungen
kommen. Die Übertragung
erfolgt durch kleine Stechmücken
(Phlebotomen, "Sandfliegen"),
die in der Dämmerung und
nachts aktiv sind. Die Inkubationszeit
kann mehrere Wochen betragen.
Die Krankheit kommt praktisch
nur in den Hochtälern der
Anden in Peru, Ecuador und Südwest-Columbien
vor. Diagnose durch Erregernachweis
aus dem Blut.
BILHARZIOSE
(Schistosomiasis)
In
tropischen Ländern vorkommende
parasitäre Erkrankung durch
Pärchenegel, die in den
Venen des Unterleibes leben.
Die mit Stuhl oder Urin ausgeschiedenen
Eier entwickeln sich erst in
bestimmten Süßwasserschnecken
zu infektionstüchtigen
Larven; eine Ansteckung von
Mensch zu Mensch ist nicht möglich.
Die Larven bohren sich bei Kontakt
mit derart verseuchtem Wasser
durch die unverletzte Haut und
gelangen zunächst in die
Leber, von dort nach einigen
Wochen in den Unterleib. Die
Zeit von der Infektion bis zum
Beginn der Eiablage dauert 6-12
Wochen. Wenige Stunden nach
der Infektion kann an der Eintrittstelle
eine vorübergehende Hautreizung
auftreten, 4-6 Wochen später
eine fieberhafte Allgemeinerkrankung,
einige Wochen danach Verdauungs-
oder Blasenbeschwerden, wobei
Blut im Stuhl oder Urin Leitsymptome
sind. Diagnose durch Blutuntersuchung
sowie durch mikroskopischen
Ei-Nachweis.
BINDEHAUTENTZÜNDUNG
(epidemische Konjunktivitis)
Augenreizungen
durch Licht- und Staubeinwirkung
sind in tropischen Ländern
häufig. Eine stärkere
Bindehautentzündung ist
verdächtig auf eine Virusinfektion,
besonders wenn gleichartige
Erkrankungen in der Umgebung
auftreten. Die Inkubationszeit
beträgt 1-2 Tage. Die Übertragung
erfolgt durch engen Kontakt
mit Infizierten und Einbringen
von infektiösem Material
in die Augen. Es beginnt mit
Schmerzen und Fremdkörpergefühl,
meist in beiden Augen. Die Bindehäute
sind stark gerötet, die
Lider schwellen an, bisweilen
sind Lymphknoten hinter dem
Ohr tastbar. Das Allgemeinbefinden
ist nicht beeinträchtigt.
Die Krankheit heilt gewöhnlich
innerhalb von 10 Tagen aus.
BRUCELLOSE
(Maltafieber)
Bakterielle
Infektion, die zu längerem
Fieber und unterschiedlichen
Organbeteiligungen führen
kann. Die Inkubationszeit beträgt
1-4 Wochen. Die Übertragung
erfolgt über Milchprodukte,
vorwiegend von Ziegen und Schafen.
Der Infektionsweg über
kleine Hautverletzungen bei
Umgang mit kranken Rindern,
Ziegen, Schafen, Schweinen ist
auf bestimmte Berufsgruppen
beschränkt. Die Diagnose
ist schwierig und nur über
spezielle Blutuntersuchungen
möglich.
BRUGIA
siehe
unter Filariose
CALABAR-SCHWELLUNG
siehe
unter Loa-Loa
CARRION'SCHE
KRANKHEIT
siehe
unter Bartonellose
CHAGAS-KRANKHEIT
Erkrankung
durch Einzeller (Trypanosomen),
die nur im tropischen Mittel-
und Südamerika vorkommt.
Die Übertragung erfolgt
durch Raubwanzen, die in rissigen
Wänden und Dächern
von primitiven Häusern
oder Hütten leben und nachts
Blut saugen. Betroffen ist vorwiegend
die ärmere Bevölkerung.
Der Stich wird oft nicht bemerkt.
Nach 1-4 Wochen entwickelt sich
an der Stichstelle oder im Gesicht
eine Schwellung mit Beteiligung
der örtlichen Lymphknoten.
Später kommt es zu Fieber
und Allgemeinerscheinungen.
Unbehandelt verläuft die
Infektion chronisch und kann
zu schweren Schäden am
Herzen und am Magen-Darmtrakt
führen. Diagnose durch
Erregernachweis oder Blutuntersuchung
in Speziallaboratorien.
CHOLERA
Die
Kontamination von Nahrungsmitteln
oder Trinkwasser (Brunnen) mit
Cholera-Vibrionen führt
meist zu endemischen Ausbrüchen,
selten zu Einzelerkrankungen.
Bei mangelhafter Sanitärhygiene
kann sich die Krankheit explosionsartig
ausbreiten. Die Inkubationszeit
ist kurz (einige Stunden bis
Tage). Plötzlich einsetzende,
schmerzlose, wässrige Durchfälle
evtl. mit Erbrechen, meist ohne
Fieber, führen rasch zu
lebensbedrohlichen Flüssigkeitsverlusten.
Daneben gibt es auch mildere
Verlaufsformen.
CLONORCHIS
siehe
unter Leberegel,
kleiner
CREEPING
ERUPTION
siehe
unter Hautmaulwurf
DENGUE-FIEBER
Dengue-
und verwandte Viren sind in
den Tropen und Subtropen weit
verbreitet. Dabei kommt es in
unregelmäßigen Abständen
gebietsweise zu Ausbrüchen
mit zahlreichen Krankheitsfällen.
Die Übertragung erfolgt
nicht direkt von Mensch zu Mensch,
sondern ausschließlich
durch Stechmücken. Die
Inkubationszeit beträgt
5-7 Tage. Das Krankheitsbild
ist grippeähnlich: Fieber,
starke Kopf- und Gliederschmerzen,
Druckschmerz hinter dem Auge,
bisweilen flüchtige Hautrötung.
Die akuten Symptome klingen
nach einer Woche ab, die Rekonvaleszenz
mit allgemeiner Abgeschlagenheit
kann sich jedoch länger
hinziehen. Insgesamt ist die
Erkrankung gutartig und heilt
komplikationslos aus.
Bestimmte
Varianten können gelegentlich
einen schwereren Verlauf mit
Blutungsneigung oder Schocksymptomen
hervorrufen. Kinder sind hiervon
eher betroffen als Erwachsene,
Einheimische häufiger als
Touristen.
Die
Diagnose wird zunächst
symptomatisch gestellt, sie
kann später durch Blutuntersuchungen
bestätigt werden.
DIPHTHERIE
Bakterielle
Infektion, die meist durch Tröpfcheninfektion
übertragen wird. Symptome
sind Fieber um 38 Grad, leichte
Rachenentzündung mit
grau-weißen Belägen
und süßlichem Mundgeruch
und Allgemeinerscheinungen.
In schweren Fällen kann
es zu einer Halsschwellung mit
Luftnot, zu Herzmuskelentzündung
und zu Nervenlähmungen
kommen. In tropischen Ländern
siedelt sich die Diphtherie
öfter in Hautgeschwüren
an. Diagnose durch Bakterien-Nachweis
aus dem Rachen.
DRACUNCULUS
siehe
unter Medinawurm
DURCHFALL,
BLUTIGER
siehe
unter Amöbenruhr
siehe
unter Ruhr,
bakterielle (Shigellose)
ECHINOCOCCOSE,
CYSTISCHE
(Hydatiden-Krankheit)
Der
sehr kleine Bandwurm lebt im
Darm von Hunden. Der Mensch
kann sich durch Eier infizieren,
die mit dem Hundekot ausgeschieden
werden. Sie bilden im Verlauf
von Jahren Cysten in verschiedenen
Organen, vorwiegend in Leber
und Lunge, die symptomlos bleiben
können, bisweilen aber
schwere Krankheitsbilder machen.
Hunde, die sich in der Nähe
von Rindern, Schafen oder anderen
Weidetieren aufhalten und streunende
Hunde sind potentiell gefährlich.
Die Diagnose wird durch Blutuntersuchung
und bildgebende Verfahren gestellt.
FILARIOSE
(Wuchereria
und Brugia)
Die
5-10 cm langen, fadenförmigen
Rundwürmer parasitieren
in Lymphgefäßen.
Ihre Larven gelangen ins Blut,
von wo sie durch bestimmte Stechmücken
aufgenommen und weiterverbreitet
werden. Eine direkte Übertragung
von Mensch zu Mensch ist nicht
möglich. Leichte Infektionen
bleiben oft symptomlos und werden
nur durch spezielle Blutuntersuchungen
entdeckt. Ein starker Befall
setzt einen längeren Aufenthalt
im Endemiegebiet mit ständiger
Re-Infektion voraus (Einheimische).
Er kann zu Entzündungen
und Stauungen der Lymphbahnen
führen und eine Elefantiasis
(unförmige Verdickung meist
einer Extremität) verursachen.
Diagnose durch Nachweis der
Larven aus dem Blut, Behandlung
durch Spezialisten (Tropenmediziner).
FLECKFIEBER,
KLASSISCHES
Schwere
Erkrankung durch bestimmte Bakterien
(Rickettsien), Übertragung
durch Läuse (vorwiegend
Kleiderlaus). Inkubationszeit
10-14 Tage. Beginn mit Fieber,
Lichtscheu, Kopfschmerzen, nach
einigen Tagen fleckförmiger
Hautausschlag und Himbeteiligung
(Encephalitis). Spätrückfälle
sind möglich. Die Krankheit
tritt meist endemisch auf wo
große Menschenmengen unter
schlechten hygienischen Verhältnissen
zusammenleben (Massenquartiere,
Flüchtlingslager, Kriege);
sie bevorzugt kältere Klimazonen,
in den Tropen (Afrika, Südamerika)
z.B. nur Höhenlagen über
1600 m, wo es Läuse gibt
und die Menschen nachts in ihren
Kleidern schlafen. Diagnose
durch klinische Symptome und
Blutuntersuchung.
FLECKFIEBER,
MURINES
Die
Erkrankung ähnelt dem klassischen
Fleckfieber, die Symptome (Hautausschlag,
Hirnentzündung) sind jedoch
geringer ausgeprägt, der
Verlauf eher gutartig. Erreger-Reservoir
sind kleine Säuger, vorwiegend
Ratten, von denen die Bakterien
durch Flöhe auf den Menschen
übertragen werden. Die
Krankheit bevorzugt warme Zonen
bzw. Jahreszeiten und tritt
im Gegensatz zum klassischen
Fleckfieber einzeln oder in
kleinen Gruppenerkrankungen
auf. Diagnose durch klinische
Symptome und Blutuntersuchung.
FSME
siehe
unter Zeckenenzephalitis
GELBFIEBER
Durch
Stechmücken übertragene,
tropische Viruserkrankung. Keine
Ansteckung von Mensch zu Mensch.
Hauptreservoir des Erregers
sind Affen mit menschlichen
Einzelerkrankungen in abgelegenen
Regionen (Buschgelbfieber).
Die Übertragung Mensch-Mücke-Mensch
kann in besiedelten Gebieten
zu epidemischen Ausbrüchen
führen (Stadtgelbfieber).
Die Krankheit beginnt plötzlich
mit hohem Fieber und Allgemeinerscheinungen.
Nach einer Woche kann eine dramatische
Verschlechterung mit Gelbsucht
und Blutungen eintreten, Störungen
von Herz, Kreislauf, Leber,
Niere und Hirn sind lebensbedrohend.
Zur Sicherung der Diagnose dienen
Spezialuntersuchungen.
Das Gelbfieber unterliegt
einer strengen internationalen
Melde- und Quarantänepflicht!
GRIPPE
siehe
unter Influenza
GUINEAWURM
siehe
unter Medinawurm
HAKENWURM
Die
erwachsenen kleinen Rundwürmer
(ca. 1 cm) haken sich im Dünndarm
fest und saugen Blut. Die mit
dem Stuhl ausgeschiedenen Eier
entwickeln sich in etwa 1 Woche
zu infektionstüchtigen
Larven, wenn sie in feuchtwarmes
Erdreich oder entsprechende
Vegetation gelangen. Die Larven
können durch die unverletzte,
bloße Haut eindringen;
selten erfolgt eine Infektion
über kontaminierte Nahrung.
Über Blut- und Lymphwege
gelangen sie zunächst in
die Lunge, von dort in den Rachen,
werden verschluckt und siedeln
sich schließlich im Dünndarm
an. Hakenwürmer sind in
den Tropen unter der ländlichen
Bevölkerung weit verbreitet,
insbesondere bei mangelhafter
Fäkalienhygiene (Defäkationsplätze
im Freien, Busch, Ufer von Gewässern
in der Nähe von Dörfern).
Die Infektion verursacht manchmal
einen vorübergehenden Juckreiz
an der Eintrittstelle (Fuß),
später Reizhusten und leichtes
Fieber bei Durchwanderung der
Lunge. Im Darm bleibt ein geringer
Befall symptomlos, zahlreiche
Würmer können zu Bauchschmerzen
und Blutarmut (Anämie)
führen, speziell bei schlecht
ernährten Kindern und Schwangeren.
Diagnose durch Ei-Nachweis im
Stuhl.
HAUTLEISHMANIASE
(Orientbeule)
Die
einzelligen Erreger (Leishmanien)
verursachen ein chronisches
Hautgeschwür, das einzeln
oder zu mehreren an unbedeckten
Hautpartien sitzt. Allgemeinerscheinungen
bestehen nicht. Die Übertragung
erfolgt durch kleine nachtaktive
Stechmücken (Phlebotomen,
"Sandfliegen"), deren Stich
meist nicht bemerkt wird. Die
Inkubation kann einige Wochen
bis mehrere Monate betragen.
Keine Ansteckung von Mensch
zu Mensch. Diagnose durch mikroskopischen
Erregernachweis.
HAUTMADEN
(Myiasis)
Es
gibt einige große Fliegenarten,
deren Larven sich im Körpergewebe
von Warmblütern entwickeln.
Sie legen ihre Eier direkt auf
die Haut (kleine Verletzungen,
erdverschmutzte Hautpartien)
oder (Tumbu-Fliege im tropischen
Afrika) auf Kleidung, vorzugsweise
auf Wäsche, die im Freien
trocknet. Aus den Eiern schlüpfen
Maden, die sich in die Haut
bohren und eine kleine Beule
hervorrufen, unter der sie manchmal
sichtbar sind. Gelegentlich
gelangen sie auch in Ohren,
Augen oder Nase, oder mit kontaminierter
roher Nahrung in den Magen.
Wenn sie herangewachsen sind
(1-2 Wochen), schlüpfen
sie spontan aus bzw. werden
mit dem Stuhlgang ausgeschieden.
Obwohl unangenehm, sind die
Veränderungen an der Haut
meist harmlos.
HAUTMAULWURF
(Creeping Eruption)
Harmlose,
rötliche, gangförmig
fortschreitende Erhebung der
Haut, die unbehandelt über
mehrere Wochen - Monate bestehen
bleibt, juckt und sich durch
Kratzen entzünden kann.
Ursache sind tierpathogene Hakenwurmlarven,
die versehentlich in den Menschen
eindringen und sich dort nicht
weiterentwickeln können.
Zur Diagnose reicht der klinische
Aspekt.
HEPATITIS
A
Diese
Virusinfektion der Leber ist
weltweit verbreitet, besonders
in Entwicklungsländern.
Die Inkubationszeit liegt zwischen
2 und 6 Wochen. Die Erkrankung
beginnt mit Grippegefühl,
Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit
und Erbrechen. Nach einigen
Tagen wird der Urin dunkel und
der Stuhl hell, schließlich
entwickelt sich eine Gelbsucht
(zuerst im Weiß der Augen
bemerkbar). Der weitere Verlauf
ist unterschiedlich, meist leicht,
besonders bei Kindern. Gelegentlich
kommt es bei Erwachsenen zu
schwereren und länger anhaltenden
Krankheitsbildern (bis zu einigen
Monaten). Dauerschäden
treten nicht auf. Die Diagnose
wird durch Blutuntersuchungen
auf Leberzellfermente und spezifische
Antikörper gesichert. Die
Übertragung erfolgt fäkal-oral.
Das Virus wird vorwiegend über
verunreinigte Nahrung und Trinkwasser
aufgenommen, besonders häufig
über Muscheln, Austern
und Krebstiere, aber auch über
Milch, kaltes Fleisch und andere
Speisen.
HEPATITIS
B
Diese
Viruserkrankung der Leber ist
weltweit verbreitet, besonders
in tropischen Ländern.
Die Inkubationszeit liegt zwischen
2 Wochen und 6 Monaten. Die
Krankheit beginnt mit Grippegefühl,
Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit
und Erbrechen. Nach einigen
Tagen wird der Urin dunkel,
der Stuhl hell, es kommt zur
Gelbsucht (zuerst im Weiß
der Augen bemerkbar). Der weitere
Verlauf ist unterschiedlich.
Die Krankheitsdauer liegt nicht
unter 4 Wochen. In ca. 10 %
der Fälle rechnet man mit
Komplikationen, schweren oder
chronischen Verläufen,
vereinzelt mit Dauerschäden.
Infektiös
sind Blut und andere Körperflüssigkeiten
von Erkrankten und Virusträgern
(in Mitteleuropa 0,1-0,5
%, in einzelnen tropischen
Ländern über 20 %
der Bevölkerung). Die Übertragung
erfolgt über entsprechende
Kontakte; Bluttransfusionen,
unsterile Spritzen, Nadeln und
Instrumente (z.B. bei unqualifizierten
medizinischen Eingriffen, Drogenabhängigen,
Tätowierungen) sowie beim
Geschlechtsverkehr.
HISTOPLASMOSE
Pilzerkrankung
der Lunge, die meist unbemerkt
oder mit leichtem Fieber, Husten
und Brustschmerzen verläuft.
Schwere Erkrankungen kommen
vorwiegend bei abwehrgeschwächten
Personen vor. Die Infektion
erfolgt durch Einatmen von Sporen,
vor allem in der Nähe von
Vögeln (Hühner!) und
Fledermäusen. Die Begehung
von Höhlen ist ein entsprechendes
Risiko. Die Inkubationszeit
beträgt ca. 10 Tage. Diagnose
durch Pilznachweis und Blutuntersuchung.
HYDATIDEN-KRANKHEIT
siehe
unter Echinococcose,
cystische
INFLUENZA
(Grippe)
Im
Gegensatz zu den häufigen
banalen Erkältungsinfekten
ist die echte Grippe eine ernstzunehmende
Viruskrankheit, die sich in
epidemischen Wellen jährlich
mit unterschiedlichen Schwerpunkten
weltweit ausbreitet. Die Inkubationszeit
beträgt wenige Tage. Die
Übertragung erfolgt von
Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion
über die Luft. Symptome
sind Fieber, Kopf-, Glieder-,
Hals- und Brustschmerzen mit
trockenem Husten. Bisweilen
kommt es zu Übelkeit und
Erbrechen. Die Krankheit dauert
bis zu einer Woche, die Rekonvaleszenz
mit allgemeiner Abgeschlagenheit
kann sich jedoch über einige
Wochen hinziehen. Häufigste
Komplikation ist eine Lungenentzündung.
Gefährdet sind besonders
ältere Menschen.
INNERE
LEISHMANIASE
siehe
unter Kala-Azar
JAPANISCHE
ENCEPHALITIS
Diese
Virusinfektion, die gebietsweise
in Südostasien auftritt,
kann zu einer schweren Hirn-
und Hirnhautentzündung
führen. Symptome sind hohes
Fieber, starke Kopfschmerzen,
Nackensteifigkeit, Lähmungserscheinungen,
Verwirrtheit., Bewusstlosigkeit.
Todesfälle (ca. 30 %) und
Dauerschäden sind möglich.
Die Übertragung erfolgt
durch nachtaktive Stechmücken
auf dem Lande.
KALA
- AZAR (Innere
Leishmaniase)
Diese
durch Einzeller (Leishmanien)
verursachte Infektion führt
besonders bei immungeschwächten
Personen zu einer schleichend
beginnenden, chronisch verlaufenden
Erkrankung mit Fieber, Leber-
und Milzvergrößerung,
Gewichtsverlust und allmählichem
Kräfteverfall. Erregerreservoire
sind kranke Menschen, vor allem
aber Hunde, von denen die Übertragung
durch kleine, nachtaktive Stechmücken
(Phlebotomen, "Sandfliegen")
erfolgt. Keine direkte Ansteckung
von Mensch zu Mensch. Die Inkubationszeit
kann mehrere Monate betragen.
Diagnose durch Parasitennachweis
und Blutuntersuchung in Spezial-Labors.
KINDERLÄHMUNG
siehe
unter Poliomyelitis
LEBEREGEL,
KLEINER
(Clonorchis,
Opisthorchis)
Die
erwachsenen kleinen Egel leben
bis zu 20 Jahre in den Gallengängen
der Leber. Oft bleiben sie unbemerkt,
bei stärkerem Befall kann
es zu Gallenwegsentzündungen
mit Fieber und Bauchschmerzen,
Gallensteinen mit Koliken, gelegentlich
zu Gelbsucht kommen. Der Mensch
infiziert sich durch Aufnahme
der Larven mit rohen Süßwasserfischen
in Endemiegebieten. Diagnose
durch Ei-Nachweis im Stuhl.
LEGIONÄRSKRANKHEIT
Es
handelt sich um eine grippe-ähnliche
Erkrankung mit Fieber, Husten
und Lungenentzündung, die
z.T. schwer verlaufen kann.
Betroffen sind vorwiegend Männer
über 40 Jahre. Das individuelle
Risiko ist gering, die Krankheit
tritt gewöhnlich in Form
von kleinen Ausbrüchen
in Hotels oder Krankenhäusern
auf. Die Übertragung erfolgt
durch Tröpfcheninfektion
vornehmlich über Klimaanlagen,
Kühlsysteme, Duschen und
Wasserleitungen, nach bisherigen
Kenntnissen nicht von Mensch
zu Mensch. Die Inkubationszeit
beträgt 2-10 Tage. Diagnose
durch Bakterien-Nachweis im
Sputum oder Blutuntersuchung.
LEPRA
(Aussatz)
Chronische
bakterielle Allgemeinerkrankung
mit Hauterscheinungen und Nervenschäden,
die in einigen tropischen Ländern
unter der einheimischen Bevölkerung
noch weit verbreitet ist. Die
Übertragung ist nicht genau
bekannt, setzt jedoch einen
längeren, engen Kontakt
mit einem ansteckungsfähigen
Kranken voraus. Das Risiko für
einen Reisenden ist daher minimal,
auch bei gelegentlicher Begegnung
mit Leprösen. Die Diagnose
erfordert spezielle Untersuchungstechniken.
Chemotherapie mittels Langzeitmedikation
unter ärztlicher Überwachung
ist möglich.
LEPTOSPIROSE
Bakterielle
Infektion, die über kleine
Hautverletzungen aus schmutzigen
Binnengewässern oder feuchtem
Erdreich, das mit Ausscheidungen
von Ratten oder Mäusen
kontaminiert ist, erworben wird.
Die Inkubationszeit liegt zwischen
einigen Tagen und 3 Wochen.
Die Krankheit beginnt mit hohem
Fieber, Allgemeinerscheinungen
und Gelenkschmerzen. Nach vorübergehender
Besserung kann es in der 2.
Woche zu einer Hirnhautentzündung
oder zu einer Gelbsucht mit
lebensbedrohlicher Nierenstörung
und Blutungsneigung kommen.
Die Diagnose erfolgt über
Blutuntersuchungen.
LOA
- LOA (Calabar-Schwellung)
Hierbei
handelt es sich um einen 3-7
cm langen, fadenförmigen
Rundwurm, der unter der Haut
umherwandert ("Wanderfilarie")
und zu vorübergehenden,
teigigen Schwellungen mit Spannungsgefühl
und Juckreiz führt, die
nacheinander an verschiedenen
Körperregionen (meist Arme,
Gesicht) auftreten können.
Gelegentlich wird der Wurm unter
der Haut sichtbar. Die Larven
gelangen ins Blut und werden
von tagaktiven Bremsen aufgenommen,
die die Krankheit weiterverbreiten.
Sie setzt gewöhnlich einen
langen Aufenthalt im Endemiegebiet
voraus und betrifft vorwiegend
Einheimische. Eine direkte Übertragung
von Mensch zu Mensch ist nicht
möglich. Die Inkubationszeit
kann viele Monate betragen.
Diagnose mittels Blutuntersuchung
und Behandlung durch Spezialisten
(Tropenmediziner).
LYME
- KRANKHEIT
Infektion
durch Bakterien (Borrelien),
Übertragung durch Zecken.
Nach 2-4 Wochen kommt es unter
leichten grippalen Begleiterscheinungen
zu einer Rötung und leichten
Schwellung in der Umgebung der
Stichstelle, später können
Gelenkbeschwerden, Hirnhautreizung
und Nervenlähmungen auftreten.
Diagnose durch Blutuntersuchung.
MADURAFUSS
(Mycetom)
Starke
Schwellung mit Hautläsionen
und eitrigen Absonderungen meist
eines Fußes. Die Erkrankung
findet sich bei Barfußgehern
in ländlichen Trockengebieten
der Tropen und Subtropen. Erreger
sind verschiedene Pilze und
Bakterien. Sie gelangen über
Stichverletzungen durch Domen,
Stacheln o.ä. unter die
Haut und breiten sich im Gewebe
aus. Die Inkubationszeit kann
mehrere Monate betragen. Diagnose
und Behandlung erfordert Maßnahmen
durch Spezialisten.
MALARIA
Malaria
wird durch einzellige Parasiten
(Plasmodien) verursacht und
durch bestimmte Stechmücken
(Anophelen) übertragen.
Leitsymptom ist Fieber, begleitet
von Kopf- und Gliederschmerzen
mit starkem Krankheitsgefühl.
Schüttelfröste und
Schweißausbrüche
können vorkommen. Die "bösartige"
Malaria (tropica) hat eine Inkubationszeit
von 7-12 Tagen. Sie kann rasch
zu lebensbedrohlichen Zuständen
mit Koma, Nierenversagen und
Schock führen. Die "gutartige"
Malaria (tertiana) kann nach
9-16 Tagen auftreten, bisweilen
noch bis zu einem Jahr nach
der Rückkehr Spätere
Rückfälle sowie eine
dritte Art (Malaria quartana)
sind extrem selten. Die Diagnose
wird während der akuten
Erkrankung durch den mikroskopischen
Parasitennachweis im Blut gesichert,
nachträglich kann sie noch
durch spezielle Antikörperuntersuchungen
geführt werden. Trotz zunehmender
Resistenzprobleme ist die Malaria
bei rechtzeitiger Behandlung
heilbar.
MALTAFIEBER
siehe
unter Brucellose
MEDINAWURM
(Guineawurm, Dracunculus)
Der
fadenförmige Wurm, dessen
Weibchen bis 1 m lang wird,
lebt im Unterhautgewebe und
durchbohrt die Haut von innen
zur Eiablage. An diesen Stellen
(meist Füße, Beine)
entstehen kleine, eitrige, schwer
heilende Geschwüre. Vorübergehend
können Allgemeinerscheinungen
wie Fieber, Übelkeit, allergische
Hautausschläge auftreten.
Die Infektion, die weitgehend
auf die einheimische Bevölkerung
beschränkt ist, erfolgt
durch Aufnahme der Larven mit
Trinkwasser aus offenen Brunnen
oder Wasserstellen, die von
infizierten Menschen betreten
werden. Die Entwicklung der
Larven geht über kleine
Wasserkrebse. Eine Ansteckung
von Mensch zu Mensch ist nicht
möglich. Diagnose und Behandlung
durch Spezialisten (Tropenmediziner).
MENINGOKOKKEN
- MENINGITIS
(epidemische
Genickstarre)
Diese
Bakterien können nach einer
Inkubationszeit von 3-4 Tagen
zu einer gefährlichen Hirnhautentzündung
führen. Die Krankheit beginnt
plötzlich mit hohem Fieber,
starken Kopfschmerzen und Nackensteife.
Bewusstseinstrübung, punktförmige
Hautblutungen und Schock sind
alarmierende Zeichen einer Allgemeininfektion
und immer lebensbedrohlich.
Die Krankheit tritt in gewissen
Abständen endemisch auf.
Die Übertragung erfolgt
durch Tröpfcheninfektion
über die Atemwege. Die
Diagnose kann durch den Bakteriennachweis
gesichert werden.
MILBEN
- FLECKFIEBER
siehe
unter Tsutsugamushi-Fieber
MILZBRAND
(Haut-Milzbrand)
Milzbrandbazillen
führen nach einer Inkubationszeit
von 2-3 Tagen zu einer kleinen
Hautrötung mit schwarzem
Zentrum, aus der sich in den
folgenden Tagen ein Karbunkel
mit ausgedehnter Umgebungsreaktion,
örtlichen Lymphknotenschwellungen
und fieberhaften Allgemeinerscheinungen
entwickelt. Lebensbedrohliche
Komplikationen sind möglich.
Die Infektion erfolgt über
kleine Hautverletzungen bei
Umgang mit Tieren (Wiederkäuern)
oder deren Fellen. Ärztliche
Behandlung (Antibiotikum) erforderlich.
MYCETOM
siehe
unter Madurafuß
MYIASIS
siehe
unter Hautmaden
ONCHOZERKOSE
Die
erwachsenen Würmer dieser
Filarien-Art leben aufgeknäuelt
in Knoten, die bisweilen unter
der Haut sichtbar und tastbar
sind. Ihre Larven bewegen sich
in der Haut und verursachen
starken Juckreiz und chronische
Hautentzündungen. Bei schweren
Fällen können sie
das Auge befallen und schädigen
("Flußblindheit"). Die
Übertragung erfolgt durch
kleine, tagaktive Stechmücken
(Simulien, blackflies),
die in schnell fließenden
Wasserläufen brüten.
Die Inkubationszeit kann ein
Jahr oder mehr betragen. Die
Krankheit setzt gewöhnlich
einen längeren Aufenthalt
im Endemiegebiet voraus und
betrifft vorwiegend Einheimische,
unter denen sie ein großes
medizinisches und soziales Problem
darstellen kann. Diagnose durch
Blutteste und Nachweis der Würmer
in der Haut oder in den Knoten.
Behandlung durch Spezialisten
(Tropenmediziner).
OPISTHORCHIS
siehe
unter Leberegel,
kleiner
ORIENTBEULE
siehe
unter Hautleishmaniase
OROYAFIEBER
siehe
unter Bartonellose
PEST
Bakterielle
Erkrankung von Nagetieren (Ratten)
in bestimmten, meist abgelegenen
Gebieten (Naturherden), die
durch Flöhe auf den Menschen
übertragen werden kann.
Inkubationszeit 2-6 Tage. Plötzlicher
Beginn mit hohem Fieber, schwerem
Krankheitsgefühl und Schwellung
einer Lymphknotengruppe (meist
in der Leiste). Lungenentzündung
und Sepsis sind lebensbedrohliche
Komplikationen. Eine Übertragung
von Mensch zu Mensch kann vorkommen
und führte in früheren
Jahrhunderten zu schwersten
Epidemien. Heute beschränkt
sich die Erkrankung auf Einzelfälle
oder kleinere Ausbrüche
in der Nähe von Naturherden.
Diagnose durch Bakteriennachweis.
PHLEBOTOMUS
- FIEBER
siehe
unter Stechmücken-Fieber
POLIOMYELITIS
(Kinderlähmung)
Diese
Viruserkrankung findet sich
noch in einer Reihe von altweltlichen
Entwicklungsländern. Die
Ansteckung erfolgt auf fäkal-oralem
Weg. Die Inkubationszeit beträgt
7-14 Tage. Anfangssymptome sind
Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen,
Übelkeit, Erbrechen und
Verdauungsstörungen, da
sich das Virus zunächst
im Darm vermehrt. Über
die Blutbahn kann es an das
Nervensystem gelangen, wo es
in etwa 1 von 100 Fällen
Lähmungen verursacht. Dieses
Risiko steigt mit dem Alter,
es ist geringer bei Kindern,
höher bei Erwachsenen.
Die Diagnose wird durch Antikörper
im Blut oder Virusnachweis im
Liquor oder Stuhl gesichert.
Die Patienten sind im Anfangsstadium
infektiös und sollten isoliert
werden. Besondere Vorsicht ist
mit den Ausscheidungen (Stuhl)
bis zu 6 Wochen geboten.
Q
- FIEBER
Grippe-ähnliche
bakterielle Erkrankung mit hohem
Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen,
schwerem Krankheitsgefühl,
Lichtscheu, Husten, bei älteren
Menschen nicht selten durch
Lungen- und Herzmuskelentzündung
kompliziert. Im allgemeinen
ist der Verlauf gutartig, die
Rekonvaleszenz verzögert.
Erreger-Reservoire sind Tiere,
bes. Rinder, Schafe, Ziegen,
unter denen die Krankheit durch
Zecken übertragen wird.
Der Mensch infiziert sich durch
Inhalation von tierischen Ausscheidungen
über die Atemwege, selten
durch infizierte Milch, Zeckenstich
oder von Mensch zu Mensch. Inkubationszeit
2-4 Wochen. Diagnose durch Blutuntersuchung.
RÜCKFALLFIEBER
Bakterielle
Infektion (Borrelien), die durch
Zecken oder Läuse übertragen
wird. Inkubationszeit 4-18 Tage.
Die einzelnen Fieberphasen,
die mit Kopf- und Gliederschmerzen
einhergehen, dauern 2-7 Tage,
die fieberfreien Intervalle
können einige Tage bis
3 Wochen betragen. Diagnose
durch Erregernachweis aus dem
Blut.
RUHR,
BAKTERIELLE
(Shigellose)
Nach
einer Inkubationszeit von 2-3
Tagen verursachen Ruhrbakterien
(Shigellen) blutige Durchfälle,
die unter krampfartigen Schmerzen
entleert werden, verbunden mit
Fieber (besonders bei Kindern)
und allgemeinem Krankheitsgefühl.
Die Übertragung erfolgt
durch kontaminierte Nahrung
oder Trinkwasser. Die klinische
Diagnose kann durch Bakteriennachweis
im Stuhl (Kultur) gesichert
werden.
RUNDWÜRMER
DES DARMES
Diese
Darmparasiten sind meist harmlos
und verursachen nur bei stärkerem
Befall Beschwerden. Einige können
bei empfindlichen Personen zu
allergischen Hauterscheinungen
führen. Spulwürmer
machen bes. bei Kindern
manchmal Bauchschmerzen, selten
einen Darmverschluß. Madenwürmer
(Oxyuren) führen zu
Juckreiz am After mit entzündlicher
Hautreizung in der Umgebung.
Die Infektion erfolgt durch
Aufnahme von Wurmeiern mit der
Nahrung, z.B. rohe Früchte,
Salate, Gemüse, die zuvor
mit menschlichen Fäkalien
gedüngt oder sonstwie verunreinigt
sind. Die Verbreitung der Madenwürmer
wird durch mangelhafte Hygiene
insbesondere unter Kindern begünstigt.
Die ca. 1 cm langen, fadendünnen
Würmer sieht man am besten
abends in der Umgebung des Afters.
Spulwürmer sind 20-30 cm
lang und gehen gelegentlich
mit dem Stuhl ab. Ansonsten
wird die Diagnose mikroskopisch
durch den Ei-Nachweis erbracht,
der häufig ein Zufallsbefund
bei Routineuntersuchungen ist.
SCHLAFKRANKHEIT
Erkrankung
durch Einzeller (Trypanosomen),
die nur im trop. Afrika vorkommt.
Übertragung durch Tsetsefliegen
in abgelegenen Regenwaldgebieten,
Savannen, Galeriewäldem
von Flüssen, Tierreservaten
und Rinderfarmen. Die Krankheit
tritt in Einzelfällen oder
kleinen Ausbrüchen unter
der einheimischen Bevölkerung
auf. Touristen sind kaum gefährdet,
ein gewisses Risiko besteht
bei Wildtierjagden in Endemiegebieten.
Der Stich der Tsetsefliege verursacht
eine schmerzhafte Schwellung,
die normalerweise nach 24 Stunden
abklingt. Bleibt sie über
mehrere Tage oder Wochen entzündet
und vergrößern sich
die örtlichen Lymphknoten,
muß sofort ein Arzt aufgesucht
werden. Unbehandelt verläuft
die Krankheit weiter mit unregelmäßigem
Fieber, Allgemeinerscheinungen
und Befall innerer Organe. Nach
Monaten kommt es zu einer chronischen
Hirnentzündung mit Persönlichkeitsveränderungen,
Verwirrtheitszuständen,
Kräfteverfall und Todesfolge.
Die Erreger lassen sich anfangs
an der Stichstelle, später
in Lymphknoten, Blut oder Liquor
nachweisen.
SHIGELLOSE
siehe
unter Ruhr,
bakterielle
STECHMÜCKEN-FIEBER
(Phlebotomus-Fieber)
Häufige,
harmlose Viruserkrankung, die
durch kleine Stechmücken
(Phlebotomen, "Sandfliegen")
übertragen wird. Nach einer
Inkubationszeit von 3-4 Tagen
kommt es zu einem grippe-ähnlichen
Krankheitsbild mit Fieber, Kopf-,
Augen-, Muskel- und Gelenkschmerzen,
das innerhalb einiger Tage spontan
abklingt ("Dreitage-Fieber").
Selten entwickelt sich eine
Hirnhautbeteiligung.
TETANUS
(Wundstarrkrampf)
Tetanusbakterien
können bei Wunden jeder
Art, auch bei Bagatellverletzungen,
in die Haut gelangen. Besonders
gefährdet sind mit Straßenstaub
oder Erdreich verschmutzte Wunden
und Tierbisse. Die Erreger sondern
ein Gift ab, das nach einer
Inkubationszeit von 1-2 Wochen
(die Wunde ist meist schon verheilt)
zu schweren, schmerzhaften Muskelkrämpfen
und Lähmungen mit Todesfolge
führen kann. Die Diagnose
wird aus den klinischen Symptomen
gestellt.
TOLLWUT
Viruserkrankung
von Tieren, die gelegentlich
auf den Menschen übertragen
wird und immer tödlich
endet. Die Inkubationszeit liegt
in der Regel zwischen 1-3 Monaten.
Infektiös ist der Speichel
eines tollwütigen Tieres,
und zwar 3-5 Tage vor Ausbruch
der Symptome bis zu seinem Verenden
nach 7-10 Tagen. Der Mensch
infiziert sich durch Bissverletzungen,
meist von Hunden und Katzen,
aber auch durch Einbringen von
deren Speichel in verletzte
Hautstellen oder unverletzte
Schleimhäute (Augen). Die
Krankheit beginnt beim Menschen
mit Schmerzen und Kribbeln im
Bereich der meist bereits verheilten
Bissstelle und führt über
Krämpfe, Erregungszustände
und Lähmungen innerhalb
von 2 Wochen zum Tod.
TOXOCARIASIS
Toxocara
ist ein Spulwurm von Hunden
und Katzen, der beim Menschen
nur sehr selten Probleme macht.
Wenn mit dem Tierkot ausgeschiedene
Wurmeier verschluckt werden
(Kinder!), können die Larven
im menschlichen Körper
umherwandern, verschiedene Organe
sowie das Auge befallen und
zu unterschiedlichen Beschwerden
führen. Die Diagnose und
Behandlung ist nicht einfach
und erfordert meist einen Spezialisten.
TRICHINOSE
Die
Infektion mit diesem Rundwurm
erfolgt durch Aufnahme der Larven
mit rohem Fleisch, vorwiegend
vom Schwein, aber auch von einer
Reihe von Wildtieren. Nach 1-2
Tagen beginnt die Erkrankung
mit Durchfall und Erbrechen.
Einige Tage später kommt
es zu Fieber, starken Muskelschmerzen
und allergischen Hauterscheinungen.
Typisch ist ein aufgedunsenes
Gesicht mit roten Augen. Das
schwere Krankheitsbild klingt
unbehandelt im Verlauf von ca.
6 Wochen ab. Organkomplikationen
sind möglich. Die Krankheit
kommt weltweit in kleineren
oder größeren Ausbrüchen
vor, ist bei uns durch gesetzliche
Fleischbeschau selten. Diagnose
durch klinische Symptome und
Blutuntersuchung. Medikamentöse
Behandlung ist möglich.
TSUTSUGAMUSHI
- FIEBER (Milben-Fleckfieber)
Erkrankung
durch Bakterien (Rickettsien),
die durch Milben übertragen
wird. Nach 10- 1 2 Tagen entwickelt
sich an der Stichstelle eine
kleine Entzündung mit schwarzer
Kruste. Gleichzeitig schwellen
die benachbarten Lymphknoten
an, es kommt zu Fieber, Kopfschmerzen
und fleckförmigem Hautausschlag.
Schwere Verläufe mit Hirnentzündung
sind möglich. Die Milben,
die normalerweise an Tieren
saugen, befallen den Menschen
z.B. bei Buschwanderungen in
endemischen Gebieten. Die Infektion
ist bei Touristen sehr selten.
Diagnose durch klinische Symptome
und Blutuntersuchung.
TUBERKULOSE
Die
Tuberkulose, bei uns heute eine
seltene Erkrankung, ist in Entwicklungsländern
noch weit verbreitet. Die Inkubationszeit
kann mehrere Monate betragen.
Die Übertragung erfolgt
meist durch Tröpfcheninfektion
aus dem Sputum infizierter Personen,
gelegentlich auch über
infizierte Kuhmilch. Die Ansteckungsgefahr
ist nicht sehr groß, gewöhnlich
erfordert sie längeren
Kontakt mit einem Kranken. Typische
Zeichen für eine Lungentuberkulose
sind anhaltender Husten, Fieber,
Schweißneigung, Appetitverlust
und Gewichtsabnahme. Gelegentlich
gibt es schwere, akute Verläufe
sowie Befall anderer Organe,
z.B. der Hirnhäute.
TYPHUS
Typhusbakterien
werden mit verunreinigter Nahrung
und Trinkwasser aufgenommen.
Nach einer Inkubationszeit von
ca. 2 Wochen entwickelt sich
hohes Fieber mit schwerem Krankheitsgefühl
und Lethargie, das unbehandelt
mehrere Wochen anhalten kann.
Komplikationen wie Darmblutung
und Bauchfellentzündung
können tödlich verlaufen.
Beim "Paratyphus" handelt es
sich um verwandte Erreger, die
ein ähnliches, meist etwas
milderes Krankheitsbild hervorrufen.
Die Diagnose ist aus dem Blut,
später aus dem Stuhl zu
sichern.
VIRALES
HÄMORRHAGISCHES FIEBER
Hierbei
handelt es sich um eine Gruppe
von schweren Viruserkrankungen,
die bei Reisenden extrem selten
vorkommen. Nach einer Inkubationszeit
von 7-21 Tagen beginnen sie
mit hohem Fieber und Grippegefühl,
gefolgt von Blutungen in Haut
und Schleimhäuten mit Beteiligung
innerer Organe. Sie treten nur
in ländlichen Gebieten
auf und werden durch Kontakt
mit kleinen Nagetieren, in Afrika
vereinzelt auch durch eine Affenart
(Grüne Meerkatze), sowie
durch erkrankte Menschen übertragen.
Endemiegebiete sind für:
- Lassa-Fieber:
Westafrika (Liberia, Nigeria,
Sierra Leone),
- Ebola-Maridi-Fieber:
Südsudan, nördliches
Zaire,
- Argentinisches-Hämorrh.-Fieber:
Pampas-Regionen
(Februar -August),
- Bolivianisches
Hämorrh.-Fieber: Bolivien,
- Venezuelanisches-Hämorrh.-Fieber:
Venezuela.

WUCHERERIA
siehe
unter Filariose
WUNDSTARRKRAMPF
siehe
unter Tetanus
ZECKENBISSFIEBER
Hierbei
handelt es sich um Krankheiten,
die in verschiedenen Teilen
der Welt von unterschiedlichen
Bakterien (Rickettsien) verursacht
und durch Zecken übertragen
werden. Die Inkubationszeit
liegt zwischen 3 und 14 Tagen.
Häufig entwickelt sich
an der Einstichstelle eine Entzündung
mit schwarzer Kruste. Weitere
Symptome sind Fieber, Kopfschmerzen,
Lichtscheu, Lymphknotenschwellungen
sowie nach 3-5 Krankheitstagen
ein fleckförmiger Hautausschlag.
Schwere Verlaufsformen mit punktförmigen
Hautblutungen und Hirnentzündung
finden sich in den USA ("Rocky
Mountains Spotted Fever"), vornehmlich
in den Südatlantik-Staaten
(Nord- und Süd-Carolina,
Georgia, Virginia) sowie in
Kansas und Oklahoma. Gefährdet
sind besonders Abenteuer-Reisende,
die im Freien übernachten.
Diagnose durch klinische Symptome
und Blutuntersuchung.
ZECKENENZEPHALITIS,
EUROPÄISCHE
Bei
dieser zeckenübertragenen
Virusinfektion kann es 1-2 Wochen
nach dem Stich zu einem grippalen
Krankheitsbild kommen. In einem
Teil der Fälle folgen nach
kurzem, beschwerdefreien Intervall
Komplikationen am Gehirn (Enzephalitis,
Meningitis), die sich in starken
Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit,
Verwirrtheit oder Bewusstseinsverlust
äußern und mit Fieber
einhergehen. Die Übertragung
erfolgt im Frühjahr und
Sommer ("Frühsommer-Meningoenzephalitis",
FSME).
Hauptverbreitungsgebiete liegen
in Süddeutschland (Württemberg,
Bayern) sowie Teilen von Osterreich,
der Schweiz, Skandinavien und
Osteuropa. Verwandte Viren finden
sich vereinzelt auch im östlichen
Sibirien und dem angrenzenden
China. Gefährdet sind vor
allem Personen, die in Beruf
und Freizeit Zecken exponiert
sind (Aufenthalt in Wäldern,
Auen, Wiesen). Das Risiko ist
insgesamt gering, da selbst
im Hauptverbreitungsgebiet nur
jede 50. bis 100. Zecke Virusträger
ist und nur ein kleiner Teil
der Infektionen beim Menschen
angeht. In Einzelfällen
wurden Virusübertragungen
durch infizierte Milch, besonders
von Schafen und Ziegen, beobachtet.
Da die Erkrankung zu Todesfällen
und Dauerschäden führen
kann, ist sie trotz ihrer Seltenheit
ernstzunehmen. Die Diagnose
kann durch eine Blutuntersuchung
gesichert werden.
TropenMedicus
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