Von Nicole Schuster
Mehr
als 200.000 Menschen erleiden
in Deutschland jährlich einen
Schlaganfall, jeder zehnte
Patient stirbt. Je schneller
ein Schlaganfall erkannt und
behandelt wird, desto besser
sind die Prognosen. In
der Therapie gibt es einen
neuen Ansatz: Gentechnisch
veränderte
Stammzellen sollen die Regeneration
unterstützen.
Viele
Menschen kennen weder Vorboten
noch die Warnsignale eines
Schlaganfalls. Dabei zählt
der Schlaganfall, mit medizinischem
Fachbegriff Apoplexia cerebri
oder kurz Apoplex, zu den häufigsten
und bedeutendsten vaskulären
Erkrankungen. Er steht in
Deutschland auf Platz drei
der Todesursachen. 26.911
Menschen starben dem Statistischen
Bundesamt zufolge allein
2007 daran. Das Risiko, einen
Schlaganfall zu bekommen,
nimmt mit steigendem Lebensalter
zu. Etwa zwei Drittel der
Patienten ist über 70
Jahre alt. Neben einem höheren
Lebensalter gehören
Bluthochdruck, Übergewicht,
Bewegungsmangel, Rauchen,
Hypercholesterolämie und Diabetes
mellitus zu
den Risikofaktoren.
Vom
Schlaganfall existieren zwei verschiedene Formen. In 80
Prozent der Fälle
ist die Ursache für
den Apoplex, dass ein Teil
des Gehirns schlagartig
von der Blutversorgung
abgeschnitten wird (Hirninfarkt
oder ischämischer
Schlaganfall). Das kann durch
einen losgelösten Thrombus
geschehen, der sich zum Beispiel
als Komplikation vom Herzflimmern
bilden kann, oder durch Einengung
und Verschluss einer Hirnarterie
infolge von Gefäßverkalkung
(Arteriosklerose). Die ausbleibende
Versorgung mit Blut und Sauerstoff
führt zum Untergang
von Nervenzellen. In bis
zu 20 Prozent der Fälle
kommt es beim Schlaganfall
zu Einblutungen
ins Gehirn (hämorrhagischer
Schlaganfall). Blut tritt
aus geplatzten, oft durch
Bluthochdruck belasteten
und eine Arterienverkalkung
vorgeschädigten Gefäßen
aus und dringt in das umliegende
Hirngewebe ein. Besonders
bei jüngeren Menschen
können
auch Blutungen in den Raum
zwischen Gehirn und Hirnhaut,
sogenannte Subarachnoidalblutungen,
vorkommen.

Jede
Minute zählt
Die
Symptome eines Schlaganfalls
können sehr unterschiedlich
sein. Charakteristisch sind
Sprachstörungen, Taubheitsgefühle und Lähmungen. Sprachstörungen
können sich als Wortfindungsstörungen
oder auch als verwaschene,
undeutliche Sprache zeigen.
Lähmungen sind in der
Regel einseitig und betreffen
häufig einen Arm oder
eine Gesichtshälfte, wobei
oft ein Augenlid oder die Mundwinkel
herabhängen. Auch extrem
starke Kopfschmerzen, Schwindel oder Sehstörungen, die
sich im Sehen von Doppelbildern,
einem eingeschränkten
Gesichtsfeld oder einem kurzzeitigen
Erblinden äußern
können, kommen vor. Diese
Symptome können aber nicht
nur auf einen Hirninfarkt,
sondern auch auf eine sogenannte »transitorisch-ischämische-Attacke« (TIA)
hindeuten. Bei einer TIA verschwinden
die Symptome innerhalb von
24 Stunden wieder und es bleiben
keine Folgeschäden zurück.
Trotzdem entspricht die Akutbehandlung
der TIA dem eines »großen« Schlaganfalls,
da eine Unterscheidung so früh
nicht möglich ist. Zudem
warnen Experten, dass eine
TIA der Vorbote eines richtigen
Schlaganfalls sein kann.
Der
Verdacht auf einen
Schlaganfall lässt
sich durch einen einfachen Test,
den auch Laien schnell durchführen
können, überprüfen.
Dazu soll der Patient versuchen,
normal zu lächeln, beide
Arme zu heben und zu halten
sowie einen einfachen Satz
verständlich nachzusprechen.
Bei einem Schlaganfallpatienten
kann eine Seite des Gesichts
beim Lächeln nach unten
verzogen sein, er kann einen
Arm nicht halten (einseitige
Lähmung), und häufig
ist die Sprache verwaschen.
Bei
solchen Auffälligkeiten
ist sofort der Notarzt zu
benachrichtigen! Bereits
am Telefon sollte der Notrufer
die Symptome genau beschreiben.
Bei einem Schlaganfall gilt
der Grundsatz »time
is brain«. Je schneller
der Rettungswagen da ist
und je schneller die ärztliche
Behandlung beginnen kann,
desto besser sind die Chancen
für
den Patienten.
Als
Erste-Hilfe-Maßnahme,
bis der Notarzt da ist,
empfiehlt es sich, den Oberkörper
des Patienten hoch zu lagern
und die Vitalfunktionen,
also Atmung und Herzschlag,
zu kontrollieren. Anwesende
sollten auch notieren,
wann genau die Symptome begonnen
und wie sie sich geäußert
haben. Von eigenen Behandlungsversuchen
sollten sowohl Laien als
auch andere Ärzte
absehen.
Ob
wirklich ein Schlaganfall vorliegt,
lässt sich
erst im Krankenhaus mittels
Computertomografie oder
Magnetresonanztomografie klären. Ärzte
können
hier auch unterscheiden,
ob es sich um einen Hirninfarkt
oder um eine Hirnblutung
handelt. Weiterhin stehen
Gefäßuntersuchungen
sowie kardiologische
Untersuchungen an. Eine
neurologische Untersuchung
gibt Auskunft über
das Ausmaß der
Schäden,
indem sie auf Bewusstseinstrübung,
Lähmungen, Sprachstörungen,
Gefühlsstörungen
und die Beeinträchtigung
von Reflexen testet ...
Den
kompletten Artikel finden Sie
hier:
www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=28839

Pharmazeutische Zeitung online
Beitrag erschien in Ausgabe 03/2009
Autorin: Nicole Schuster

Jeder
Schlaganfall ist ein NOTFALL!
Darum:
Wählen Sie sofort den Notruf 112 beim
Auftreten eines oder mehrerer
Symptome des Schlaganfalls!