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Schlaganfall - Risiko-Test


Schlaganfall - Neue Ansätze in der Schlaganfall-TherapieSchlaganfall:
Neue Ansätze in der Therapie

Quelle: Pharmazeutische Zeitung online
(Ausgabe 03/2009)

Von Nicole Schuster

Mehr als 200.000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen Schlaganfall, jeder zehnte Patient stirbt. Je schneller ein Schlaganfall erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Prognosen. In der Therapie gibt es einen neuen Ansatz: Gentechnisch veränderte Stammzellen sollen die Regeneration unterstützen.

Viele Menschen kennen weder Vorboten noch die Warnsignale eines Schlaganfalls. Dabei zählt der Schlaganfall, mit medizinischem Fachbegriff Apoplexia cerebri oder kurz Apoplex, zu den häufigsten und bedeutendsten vaskulären Erkrankungen. Er steht in Deutschland auf Platz drei der Todesursachen. 26.911 Menschen starben dem Statistischen Bundesamt zufolge allein 2007 daran. Das Risiko, einen Schlaganfall zu bekommen, nimmt mit steigendem Lebensalter zu. Etwa zwei Drittel der Patienten ist über 70 Jahre alt. Neben einem höheren Lebensalter gehören Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Hypercholesterolämie und Diabetes mellitus zu den Risikofaktoren.

Vom Schlaganfall existieren zwei verschiedene Formen. In 80 Prozent der Fälle ist die Ursache für den Apoplex, dass ein Teil des Gehirns schlagartig von der Blutversorgung abgeschnitten wird (Hirninfarkt oder ischämischer Schlaganfall). Das kann durch einen losgelösten Thrombus geschehen, der sich zum Beispiel als Komplikation vom Herzflimmern bilden kann, oder durch Einengung und Verschluss einer Hirnarterie infolge von Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Die ausbleibende Versorgung mit Blut und Sauerstoff führt zum Untergang von Nervenzellen. In bis zu 20 Prozent der Fälle kommt es beim Schlaganfall zu Einblutungen ins Gehirn (hämorrhagischer Schlaganfall). Blut tritt aus geplatzten, oft durch Bluthochdruck belasteten und eine Arterienverkalkung vorgeschädigten Gefäßen aus und dringt in das umliegende Hirngewebe ein. Besonders bei jüngeren Menschen können auch Blutungen in den Raum zwischen Gehirn und Hirnhaut, sogenannte Subarachnoidalblutungen, vorkommen.

Jede Minute zählt

Die Symptome eines Schlaganfalls können sehr unterschiedlich sein. Charakteristisch sind Sprachstörungen, Taubheitsgefühle und Lähmungen. Sprachstörungen können sich als Wortfindungsstörungen oder auch als verwaschene, undeutliche Sprache zeigen. Lähmungen sind in der Regel einseitig und betreffen häufig einen Arm oder eine Gesichtshälfte, wobei oft ein Augenlid oder die Mundwinkel herabhängen. Auch extrem starke Kopfschmerzen, Schwindel oder Sehstörungen, die sich im Sehen von Doppelbildern, einem eingeschränkten Gesichtsfeld oder einem kurzzeitigen Erblinden äußern können, kommen vor. Diese Symptome können aber nicht nur auf einen Hirninfarkt, sondern auch auf eine sogenannte »transitorisch-ischämische-Attacke« (TIA) hindeuten. Bei einer TIA verschwinden die Symptome innerhalb von 24 Stunden wieder und es bleiben keine Folgeschäden zurück. Trotzdem entspricht die Akutbehandlung der TIA dem eines »großen« Schlaganfalls, da eine Unterscheidung so früh nicht möglich ist. Zudem warnen Experten, dass eine TIA der Vorbote eines richtigen Schlaganfalls sein kann.

Der Verdacht auf einen Schlaganfall lässt sich durch einen einfachen Test, den auch Laien schnell durchführen können, überprüfen. Dazu soll der Patient versuchen, normal zu lächeln, beide Arme zu heben und zu halten sowie einen einfachen Satz verständlich nachzusprechen. Bei einem Schlaganfallpatienten kann eine Seite des Gesichts beim Lächeln nach unten verzogen sein, er kann einen Arm nicht halten (einseitige Lähmung), und häufig ist die Sprache verwaschen. Bei solchen Auffälligkeiten ist sofort der Notarzt zu benachrichtigen! Bereits am Telefon sollte der Notrufer die Symptome genau beschreiben. Bei einem Schlaganfall gilt der Grundsatz »time is brain«. Je schneller der Rettungswagen da ist und je schneller die ärztliche Behandlung beginnen kann, desto besser sind die Chancen für den Patienten.

Als Erste-Hilfe-Maßnahme, bis der Notarzt da ist, empfiehlt es sich, den Oberkörper des Patienten hoch zu lagern und die Vitalfunktionen, also Atmung und Herzschlag, zu kontrollieren. Anwesende sollten auch notieren, wann genau die Symptome begonnen und wie sie sich geäußert haben. Von eigenen Behandlungsversuchen sollten sowohl Laien als auch andere Ärzte absehen.

Ob wirklich ein Schlaganfall vorliegt, lässt sich erst im Krankenhaus mittels Computertomografie oder Magnetresonanztomografie klären. Ärzte können hier auch unterscheiden, ob es sich um einen Hirninfarkt oder um eine Hirnblutung handelt. Weiterhin stehen Gefäßuntersuchungen sowie kardiologische Untersuchungen an. Eine neurologische Untersuchung gibt Auskunft über das Ausmaß der Schäden, indem sie auf Bewusstseinstrübung, Lähmungen, Sprachstörungen, Gefühlsstörungen und die Beeinträchtigung von Reflexen testet ...

Den kompletten Artikel finden Sie hier:
www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=28839

Pharmazeutische Zeitung online
Pharmazeutische Zeitung online
Beitrag erschien in Ausgabe 03/2009
Autorin: Nicole Schuster

Jeder Schlaganfall ist ein NOTFALL!

Darum: Wählen Sie sofort den Notruf 112 beim Auftreten eines oder mehrerer Symptome des Schlaganfalls!

Link-Tipp


Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Der Schlaganfall und der Herzinfarkt weisen nahezu die gleichen Risikofaktoren auf. Mehr als die Hälfte aller Deutschen stirbt an den Folgen einer Herzkreislauferkrankung. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe stellt auf ihrer Website einen Risikotest zur Verfügung, mit dem Internet-User ihr persönliches Schlaganfall-Risiko online überprüfen können.

Dieser Risikotest basiert auf medizinisch-wissenschaftlichen Grundlagen und ist auf Personen, die 40 Jahre oder älter sind, zugeschnitten. Jüngere Teilnehmer können die Auswertung nutzen, um sich generell über ihr Risiko zu informieren.

Internet: www.schlaganfall-hilfe.de

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

 
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