Was
sind Windpocken?
Windpocken
sind eine sehr ansteckende Kinderkrankheit.
Kennzeichnend für Windpocken
ist ein juckender Hautausschlag
mit Bläschen. Der Verlauf ist
in der Regel gutartig. Die Krankheit
wird durch ein Virus
verursacht, das Varizella-Zoster-Virus.
Nach Angaben des Robert Koch-Institutes
erkranken etwa 700.000 Personen
pro Jahr an Windpocken. Bei
über 95 Prozent aller Erwachsenen
sind Antikörper gegen das Varizella-Zoster-Virus
nachweisbar.
Wie
werden Windpocken übertragen?
Der Varizella-Zoster-Virus wird am häufigsten durch
Tröpfchen in der Luft übertragen,
selten durch Berührung von virushaltigem
Bläscheninhalt. Die Krankheit
ist bereits einige Tage vor
Ausbruch des Ausschlags auf
andere Menschen übertragbar.
Die Ansteckungsgefahr ist erst
dann vorbei, wenn alle Bläschen
eine Kruste bekommen haben.
Die Entwicklungszeit vom Anstecken
bis zum Ausbruch der Krankheit
beträgt etwa zwei bis drei Wochen.
Was
sind die Anzeichen von Windpocken?
Der Ausschlag beginnt in der Regel auf dem Rumpf
und im Gesicht. Er kann sich
aber auch auf den Haarboden,
die Arme und die Beine ausbreiten.
Die Schleimhäute (insbesondere
im Mund) und die Geschlechtsorgane
können ebenfalls betroffen sein.
- Der
Hautausschlag juckt oft.
- Der
Hautausschlag beginnt als
kleine rote Flecken, die sich
innerhalb von Stunden zu Bläschen
entwickeln. Nach 1 bis 2 Tagen
bilden die Bläschen eine Kruste.
- Neue
Bläschen können drei bis sechs
Tage lang hinzukommen.
- Die
Anzahl der Bläschen ist von
Person zu Person sehr verschieden.
- Möglicherweise
tritt Fieber auf.
- Kinder
sind meist nur leicht angeschlagen,
während es den Erwachsenen
meist schlechter geht.
Fieber und Trägheit können der Krankheit vorausgehen.
Wie
stellt der Arzt die Diagnose?
Der Arzt stellt die Diagnose auf Grund des äußeren
Erscheinungsbildes.
Wie
werden die Windpocken behandelt?
Die Behandlung besteht hauptsächlich in der Linderung
der Beschwerden. Der Juckreiz
kann durch kalte Umschläge gelindert
werden. Ebenso können Sie
verschiedene Formen der juckreizstillenden
Medizin bekommen, die Sie auf
den Ausschlag auftragen können.
Dazu gehören unter anderem Zink.
Die juckreizstillende Medizin
verschafft einige Stunden Linderung.
Beim Ausbruch von Windpocken
kann der Juckreiz so kräftig
sein, dass der Betroffene nicht
mehr schlafen kann. Der Arzt
verschreibt dann vielleicht
Antihistaminika, die auch ermüden.
Antihistaminika sind Arzneimittel,
die auch bei allergischen Krankheiten
verwendet werden. Bei schweren
Fällen von Windpocken behandelt
der Arzt eventuell mit Aciclovir
behandeln. Dies gilt insbesondere
für Patienten mit einer geschwächten
Abwehr. Aciclovir wirkt gegen
Viren.
Wer
hat ein besonderes Risiko?
Ein besonderes Risiko haben Personen mit geschwächten
Abwehrkräften. Dabei kann
es sich um Kinder mit Leukämie
oder HIV-Positive handeln. Auch
Patienten, die mit immunschwächenden
Medikamenten behandelt werden,
müssen aufmerksam sein. Wenn
Menschen mit einem besonderen
Gefahrenrisiko einer Ansteckung
ausgesetzt worden sind, dann
kann der Arzt Ihnen Abwehrstoffe
gegen den Varizella-Zoster-Virus
geben. In Deutschland gibt es
außerdem eine Impfung
gegen den Varizella-Zoster-Virus.

Ratschläge
Achten
Sie darauf, ob Erkrankte noch
ansteckend sind. Dies
gilt so lange, bis alle Bläschen
eine Kruste haben und keine
neuen Bläschen mehr hinzukommen.
Der Erkrankte sollte zu Hause
bleiben.
- Vermeiden
Sie, die Bläschen aufzukratzen.
Dadurch laufen Sie nämlich
Gefahr einer bakteriellen
Entzündung.
- Kürzen
Sie Ihre Fingernägel oder
benutzen Sie Handschuhe.
- Seien
Sie sorgfältig mit der persönlichen
Sauberkeit.
Erkrankten kann es helfen, sich in kalten Umgebungen
aufzuhalten. Wärme und Schweiß
verstärken nämlich den Juckreiz.
Prognose
Die
Krankheit verläuft normalerweise
gutartig. Die Krankheit dauert
in der Regel sieben bis zehn
Tage bei Kindern und etwas länger
bei Erwachsenen.
Wenn Sie einmal die Windpocken
gehabt haben, sind Sie ein Leben
lang gegen diese Krankheit geschützt.
Sie können jedoch später eine
Gürtelrose bekommen. Allerdings
kann eine an Gürtelrose erkrankte
Person eine andere mit dem Varizella-Zoster-Virus
anstecken, so dass diese Windpocken
bekommt.
Welche
Verschlimmerungen können auftreten?
- Die
Bläschen können sich mit Bakterien
entzünden.
- Die
Augen oder die Lungen können
sich entzünden.
In
sehr seltenen Fällen greifen die
Windpocken die Nerven (Enzephalitis,
Gehirnentzündung) oder das Herz
(Myokarditis) an. Außerdem kann
das Reye-Syndrom entstehen.