Gestern
wurden zwei besondere Kalender
für einen guten Zweck
vorgestellt
Überraschungen
für 2010
Jugendrotkreuz der Odebornstadt
soll profitieren.
Bad
Berleburg. (vg) Gestern
sind die Neuauflagen zweier
bekannter Kalender im Berleburger
Maler- und Raumausstatterbetrieb
Althaus vorgestellt worden. "Der
Familienkalender 2010" von
Karsten
Wolter und Dirk
Schuhmacher und der Kalender "Erinnerungen" mit
historischen Aufnahmen aus
Bad Berleburg erfreuen sich
schon seit einigen Jahren
wachsender Beliebtheit. "Und
auch die Neuauflagen für
2010 können sich wieder
einmal sehen lassen",
so Karsten Wolter von der
Kur-Apotheke.
So
könne man sich mit dem
Bilderwerk "Erinnerungen" wieder
in die vergangenen Jahrzehnte
der Odebornstadt zurückversetzen
und sich an den seltenen Motiven
erfreuen. Die historischen
Aufnahmen stellte Ursula
Buschmann in Zusammenarbeit mit zahlreichen örtlichen
Fotofreunden zusammen. Unter
anderem nimmt der Kalender
den Betrachter diesmal mit
zum alten Gasthof Gunsetal,
vor dem einige Pferdegespanne
stehen, oder lässt einige
sehr interessante Einblicke
in die Gaststätte "Starenkasten" aus
dem Jahre 1929 zu. Eine alte
Aufnahme des Fürstin-Margareta-Brunnens
darf dabei genauso wenig fehlen,
wie ein Schnappschuss von der
Orangerie des Schlosses Berleburg
oder das Gruppenbild "Konfirmation
1960". Verantwortlich
für den Kalender zeichnen
die Kur-Apotheke, das Floraland
Gartencenter und der Malerbetrieb
Althaus. Neben den historischen
Aufnahmen führt der Kalender
aber auch wichtige Veranstaltungen
in 2010 aus der Region auf,
wie die Schützenfeste,
die Musikfestwoche oder die
Eder-Bike-Tour.
Auch
der Familienkalender mit den
bunten Karikaturen
von Dirk Schuhmacher hält wieder
einige Überraschungen
bereit. So kann man sich auf
so manche malerische Anekdote
aus der Wittgensteiner Heimat
freuen, wie zum Beispiel auf
den "Wittgensteiner Heiratsmarkt" in
Stünzel oder das goldene
Ei auf der Windbrache, das
sogar den Osterhasen zum Grübeln
bringt.
Der
Kalender "Erinnerungen" ist
ab sofort bei der Kur-Apotheke,
bei Floraland und dem Malerbetrieb
Althaus erhältlich. Der
Familienkalender 2010 liegt
ausschließlich in der
Kur-Apotheke aus. "Allen
Interessierten ist es frei
gestellt, einen Obulus für
die Kalender zu entrichten",
so Karsten Wolter.
"Dieses
Geld fließt dann Anfang
2010 in voller Höhe dem
Jugendrotkreuz
des DRK-Ortsvereins Bad Berleburg zu." Eine
entsprechende Spendenübergabe ist für Februar nächsten
Jahres vorgesehen.

Siegener Zeitung (25.11.2009)
Foto: Dr. Volker Gastreich (vg)

Schweinegrippe: "Deutsche
impfmüde"
Weniger
als 15 Prozent wollen sich
impfen lassen
SZ-Interview mit Apotheker-Sprecher Karsten Wolter
Bad
Berleburg. (tika) Seit
vergangener Woche können
sich Menschen in Deutschland
gegen die Schweinegrippe
impfen lassen. Doch die Bereitschaft
zur Immunisierung ist desaströs
- auch in Wittgenstein. Die
Siegener Zeitung hat unter
anderem eine Umfrage zur
Impfbereitschaft durchgeführt,
deren Ergebnisse die Heimatzeitung
zeitnah präsentiert.
So viel sei schon jetzt verraten:
Weniger als 15 Prozent der
teilnehmenden SZ-Leser im
Kreisgebiet lassen sich impfen.
Zu hoch ist die Verunsicherung
unter den Menschen: Welche
Risiken bestehen und warum
bekommen einige den so genannten
Adjuvanten zum Wirkstoff
hinzu gemischt, andere nicht? Die Siegener Zeitung sprach
gestern mit dem stellvertretenden
Kreisvertrauensapotheker,
Karsten
Wolter.
Siegener
Zeitung: Seit mehr als einer
Woche können sich Menschen
in ganz Deutschland gegen das
H1N1-Virus impfen lassen. Während
in Amerika ein großer
Ansturm auf das Immunisierungsmittel
herrscht, sind die Menschen
hier zu Lande impfmüde – warum?
Karsten
Wolter: Die Deutschen sind
generell impfmüde. Die
Menschen können meist
nur im Kindes- und Jugendalter
zum Impfen angehalten werden,
bei Erwachsenen lässt
diese Bereitsschaft rapide
nach. Eine Impfung wird nur
auf freiwilliger Basis durchgeführt,
es gibt keine Pflicht, wie
sie unter anderem in der DDR
bestand. Die Menschen sind
vorsichtig mit den Stoffen,
die sie ihrem Körper geben.
Die H1N1-Immunisierung beängstigt
die Bevölkerung zusätzlich
schon durch die bloßen
Zahlen. Schließlich ist
sie die größte Impfaktion
in der deutschen Geschichte.
Siegener
Zeitung:
Worin liegen die Risiken des
Impfstoffes?
Karsten
Wolter:
Das Risiko sind nicht die vielfach
diskutierten Adjuvanzen. Es
sind schlichtweg die lokalen
Reaktionen, die durch die gesamte
Impfung hervorgerufen werden:
Schwellungen, Rötungen
und Juckreiz an der Einstichstelle
sowie leichtes Fieber. Das
eigentliche Risiko sind jedoch
die Allergien, die, wie bei
jeder anderen Impfung auch,
ausgeschlossen werden müssen.
So sollten vor allem Menschen
mit Hühnereiweißallergie
den Stoff nicht bekommen. Das
Immunisierungsmittel ist nämlich
auf Hühnereiweißbasis
entstanden. Diese Methode ist
aber absolut gewöhnlich
und wird bei vielen anderen
Medikamenten angewandt. Daher
muss zwischen Gegenanzeigen,
wie hierbei konkret diese,
und Nebenwirkungen, wie den
Reizungen unterschieden werden.
In Schweden beispielsweise
wird seit dem 12. Oktober mit
dem Impfstoff immunisiert,
der auch in Deutschland verwandt
wird. Dort wurden nach 500.000
Impfungen lediglich gewöhnliche
Symptome – Schwindel,
Kopfschmerzen, Müdigkeit,
Ohnmacht sowie die genannten – festgestellt.
Außerdem sollen Frauen
im ersten Drittel einer Schwangerschaft
nicht geimpft werden. Diese
sehr theoretische Aufforderung
begründet sich darin,
dass der Körper zu gut
auf das Mittel anspricht und
den Phoetus durch eine Autoimmunreaktion
abstoßen könnte.
Wir können erst solche
Folgen erkennen, wenn eine
breite Masse geimpft wurde – wie
in Schweden. Der Impfstoff
wird sehr genau überwacht
und es handelt sich dabei eigentlich
um nichts Neues.
Siegener
Zeitung: Was
sind die genauen Wirkungsbestandteile
des Impfstoffes?
Karsten
Wolter: Zunächst
gibt es zwei verschiedene Arten
der Adjuvanzen: MF59 und AS03.
Beide basieren auf natürlichen
Stoffen, die in Lebensmitteln
enthalten sind. Squalen, ein
Zwischenprodukt des menschlichen
Cholesterienkreislaufes; Polysorbat,
welches im Fettstoffwechsel
verarbeitet wird und Vitamin
E. In MF59 sind anstatt des
letzteren einige Puffer enthalten.
Zuletzt ist noch der vielfach
umstrittene Stoff Thiomersal
ein Bestandteil. Er dient der
Konservierung des Impfmittels,
schließlich reicht eine
Ampulle für zehn Dosen.
Thiomersal enthält Quecksilber,
allerdings in so geringen Mengen
(24 μg), dass wir täglich
mehr über unsere Nahrung
(92 μg) aufnehmen. Der Wirkstoff
selbst ist eigentlich nur ein
Produkt leerer Zellhüllen
der Viren, die sich nicht mehr
vermehren können. Salopp:
sie sind tot. Dennoch können
dadurch Antikörper gebildet
werden und der Organismus bleibt
völlig unbeschadet. Die
eigentlichen Informationen
erhält der Körper
dabei durch Proteine, also
Eiweiße, die für
die eigentliche Typisierung
des Virus zuständig sind
und sich auf der Hülle
befinden. Ein Grippeinfekt
durch den Stoff ist ausgeschlossen.
Der Wirkstoff selbst funktioniert
durch die Mischung dieser Zellhüllen
und dem Adjuvanz. Letzteres
lässt eine Fett-Wasser-Emulsion
entstehen, die für die
Wirkungsverstärkung im
Körper sorgt.
Siegener
Zeitung: Viele
Menschen vergleichen das Immunmittel
gegen H1N1 sogar mit Contergan.
Auch damals wurde der Bevölkerung
versichert, dass der Stoff
sicher sei. Die Folgen waren
fatal.
Karsten
Wolter: Dieser
Vergleich ist nicht möglich.
Das H1N1-Mittel besitzt eine
Musterzulassung und ist lange
erprobt. So erhalten beispielsweise
Menschen über 65 das Adjuvanz
in verschiedensten Medikamenten
und Impfungen. Die Musterzulassung
besagt, dass der gesamte Impfstoff
erprobt und sicher ist. Der
Grund dafür, dass Amerikaner
den Impfstoff ohne das Adjuvanz
erhalten ist, dass sie es versäumt
haben, eine Zulassung zu beantragen.
Siegener
Zeitung: Und
warum bekommen Politiker und
in Bundesbehörden arbeitende
Menschen in Deutschland den
Stoff ebenfalls ohne den Zusatz?
Karsten
Wolter: Zunächst
einmal ist festzustellen, dass
diese Menschen nicht im Vorteil
sind. Das Adjuvanz ist ein
Wirkungsverstärker. Es
sorgt dafür, dass weniger
Virenzellen ohne ihre schädlichen
Erbinformationen gezüchtet
werden müssen. Dadurch
kann eine breitere Bevölkerungsmasse
schneller versorgt werden.
Schließlich werden für
die Herstellung Unmengen von
Hühnereiern benötigt.
Bei diesen üblichen Spaltimpfstoffen
wird letztlich die Belastung
des Immunsystems verringert – ein
Vorteil gegenüber den
Stoffen ohne Adjuvanzen. So
ist in dem Stoff für die
breite Masse eine Antigenmenge
von 3,75 μg enthalten, im
Stoff ohne Zusatz 7,5 μg.
Dass nun unterschieden wird,
hat nichts mit einer Zweiklassengesellschaft
zu tun, sondern wurde lediglich
aus Beschaffungsgründen
festgelegt. So konnte die Bundesregierung
den Stoff ohne Adjuvanz günstiger
erwerben, als den ohne. Umgekehrt
verhält es sich auf Länderebene.
Im übrigen ist die Beschaffung
Ländersache, die für
die Zuteilung des Stoffes verantwortlich
ist. Das Ganzvirus, dass im "Bundesstoff" verwendet
wird, kann also durchaus stärkere
Reaktionen der Patienten hervorrufen.
Siegener
Zeitung: Warum
sollten sich die Wittgensteiner
impfen lassen?
Karsten
Wolter: Dafür
gibt es mehrere Gründe:
Es geht zunächst um den
persönlichen Schutz. Durch
eine höhere Impfungsrate
wird außerdem eine weitere
Ausbreitung der Pandemie verhindert
und es kann kein möglicherweise
noch gefährlicherer Virustyp
entstehen – das Virus
kann mit keinem anderen mutieren.
Ich lasse mich übrigens
heute impfen. So kann jeder
dazu beitragen, dass wir ein
funktionierendes System beibehalten,
in dem Wirtschaft, Handel,
Schule und die Gesamtversorgung
der Gesellschaft gewährleistet
sind.
Siegener
Zeitung: Herr
Wolter, vielen Dank für
das Gespräch.

Chinesische
Literatur ist eine Gratwanderung
Literaturpflaster:
Weisheiten und Lehren rund
um den Globus
Bad
Berleburg.
(cw) Die Lesungen
zum traditionellen Berleburger
Literaturpflaster in den
Räumlichkeiten der Kur-Apotheke sind schon seit sieben Jahren
eine feste Größe.
Literatur-Apotheker Karsten
Wolter geht die Einführungen
in seiner pharmazeutischen
Lokalität stets mit
informativem Humor an. Diesjährig
konnte er erstmals den Blick
auf die Traditionelle Chinesische
Medizin (TCM) und den damit
verbundenen Drogen-Rohstoffen
richten, bevor Alice
Grünfelder die Brücke zur Landesliteratur
schlug.
Nach
einer Buchhändlerlehre
hat die Schweizerin Alice Grünfelder
in Berlin ihre Studien in Sinologie
und Germanistik aufgenommen
und schloss sie 1995 ab. Als
DAAD-Stipendiatin ging sie
für zwei Jahre nach Chengdo
in der Provinz Sichuan in China.
Nach mehreren Aufenthalten
in Asien, speziell aber in
Tibet, ging sie nach Berlin
und gründete dort eine
Agentur für asiatische
Literaturen. In der Berleburger
Kur-Apotheke machte sie die
60 wissbegierigen
Zuhörer mit 3.000 Jahren Literatur
und Überlieferung vertraut.
Mit,
wie sie es selbst beschrieb,
Siebenmeilenstiefeln überlieferte
sie schriftstellerische Streiflichter
des ostasiatischen Riesenlandes.
Der wohl bekannteste chinesische
Philosoph, Konfuzius (551 -
479 v. Chr.), auch Kong-Tse,
führte die sehr lange
Liste der Literaten an. Ihm
schenkte Frau Grünfelder
eine besondere Bedeutung, da
seine Lebensweisheiten und
die Lehren rund um den Globus,
aber insbesondere im westlichen
Abendland, zustimmenden Anklang
finden. Seine Texte in Dialogform
waren und sind für Philosophiestudenten
in China absolutes Muss. Seine
Maximen beeinflussten insbesondere
die mächtige, 55 Nationalitäten
umfassende Han-Dynastie über
Jahrhunderte, die die Ordnung
in allen Lebensbereichen des
Menschen als unumgehbaren Inhalt
propagierte. Die konfuzianische
Idee prägte die Staatsideologie
Chinas bis in die Neuzeit hinein,
im speziellen ist hier die
mit Mao Tsedongs Regierungszeit
ab 1949 genannte Kulturrevolution.
"Lass
die Gesellschaft hinter dir!" Dieser
krasse Gegensatz wird von Laotse
als höchste Forderung
an das Wesen des Menschen verstanden.
Worte, die in der Umsetzung
keinesfalls mit der Lehre Konfuzius'
konform gehen. Immer wieder
tauchen Ziele dieser Kultur
auf und beeinflussen Literaten
aller Folgejahrhunderte.
Generell
spezialisiert sich der chinesische
Autor auf die Publikation von
Episodenromanen, deren Inhalte
fernab der deutschen Machart
weder Höhe- noch Tiefpunkte
ihr Eigen nennen. Einen wahren
Hochseilakt vollführte
der Autor Lu Xun mit seinem "Tagebuch
eines Verrückten".
Er wandt China den Rücken
zu, ging nach Japan und erteilte
seiner Heimatliteratur eine
radikale Absage, indem er dem
Konfuzianismus einen kannibalischen
Charakter vorwarf. Für
die westliche Welt genießt
er einen hervorragenden Ruf
und eignet sich besonders als
Einstiegsautor in die chinesische
Literatur.
Alice
Grünfelder gab in ihren
Exkursen dem Zuhörer reichlich
Bedenken hinsichtlich der sozialistischen
Staatslenkung Maos und den
damit verbundenen Menschenrechtsverstößen
gegen Regimekritiker, die in
Massen in Konzentrationslagern
vergleichbaren Einpferchungen
barbarischen Lebensbedingungen
ausgesetzt waren und es vermutlich
auch heute noch sind. Aufgrund
dieser Tatsachen entstanden
in der Gegenwartsliteratur
Romane wie z.B. "Brüder" von
Yu Hua, eine tragikomische
Geschichte, über die Schrecken
der Kulturrevolution, den Ekel
und die Sehnsucht nach dem
Glück im neuen China.
Nach
Maos Tod entstand eine Art "Narbenliteratur",
die sich mit der vorsichtigen
Liberalisierung Chinas bis
heute auseinandersetzt und
mutige Autoren wie die im US-Exil
lebende Tibeterin Rebiya Kadeer
mit "Die Himmelsstürmerin" nicht
zur Ruhe kommen lässt.
Zahllose Autoren leben heute
noch unter Hausarrest mit Publikationsverbot
in China immer die Gratwanderung
ihrer Lebensziele vor Augen,
die in krassem Gegensatz zum
kommunistischen Gedankengut
stehen.
Nachdenken
aber auch Gesprächsgrundlagen
wurden hier von Alice Grünfelder
geschaffen, deren weites Feld
eine unendliche Diskussion
hätte werden können.
Von
Christiane Weinhold

WESTFALENPOST (18.09.2009)
Bildquelle: WP-Foto von Christiane Weinhold (cw)
16.
Berleburger Literaturpflaster
- CHINA
"Roter
Mohn und roter Staub, von
Revolten und Träumen"
Einführung
in die Gegenwartsliteratur
Chinas
Vortrag von Alice Grünfelder
Selbstverständlich
gibt es auch in diesem Jahr
wieder Literatur auf Rezept
in der Kur-Apotheke.
Als
Startschuss für das Literaturpflaster
China und als Vorbereitung
auf das Gastland der diesjährigen
Frankfurter Buchmesse konnte
die Sinologin Alice Grünfelder
gewonnen werden. Sie spricht über
Neuerscheinungen aus und Erzähltraditionen
in China.
Ein
Abend für Neueinsteiger
und Fans des Berleburger Literaturpflasters
in der gastlichen Atmosphäre
der Literatur-Apotheke.
Ort:
Kur-Apotheke Wolter, Poststraße
15
Mittwoch,
16. September 2009
Beginn:
20.00 Uhr
Eintritt:
4,- € / 2,- €
Weitere
Informationen
finden Sie im
Internet:
www.literaturpflaster.com
Wittgenstein
ist für eine Pandemie
gewappnet
25
bis 30 Prozent der Bevölkerung
könnten sofort versorgt
werden
Wittgenstein.
(iw) 13 Apotheken
im Altkreis Wittgenstein
werden im Notfall mit dem
Wirkstoff
gegen Schweinegrippe beliefert. So sieht es der
Plan vor, sollte die Bundesregierung
den Pandemie-Fall ausrufen.
"In
Bad Berleburg könnten
wir dann beispielsweise zwischen
25 und 30 Prozent der Bevölkerung
versorgen", erklärt
Karsten
Wolter, stellvertretender
Kreisvertrauensapotheker. Das
entspricht damit auch der Versorgungsrate
in NRW.
In
den Laboren der Apotheken vor
Ort würden die Wirkstoffe
mit Wasser vermischt und rationiert
in kleine Fläschchen abgefüllt.
Der Patient müsste diese
wirksame Flüssigkeit dann
schlucken. Wasser, Fläschchen
und Spritzen haben die Apotheken
bereits auf Lager. Der Wirkstoff
wird jedoch erst im Pandemiefall
geliefert.
Von
einer Ansteckungswelle ist
Wittgenstein, wie auch der
Rest von Deutschland, weit
entfernt. Dennoch warnt der
Apotheker: "Diese Grippe
aus Mexiko verläuft relativ
harmlos, aber in einer zweiten
Welle kann sich das Virus schon
verändert haben." Denn
je weiter sich das Virus ausbreitet,
desto höher ist auch die
Gefahr einer Mutation. "Viren
verändern immer wieder
ihre Oberflächenstruktur
und das ist auch das Gefährliche
daran", erklärt Wolter. Ähnlich
sei es auch bei der Spanischen
Grippe gewesen, die damals
mehr Tote als der Erste Weltkrieg
gefordert hatte.
Die
wichtigsten
Maßnahmen,
um sich vor der so genannten
Schweinegrippe zu schützen
sei Hygiene. Unter anderem
regelmäßiges Händewaschen.
Im Übrigen ein wirksamer
Schutz gegen alle viralen Infekte,
zu denen auch die "echte" Grippe
gehört. Ein Mundschutz,
den derzeit in Mexiko viele
Menschen tragen, sei hingegen
ein Schutz davor, andere nicht
anzustecken. Gegen eine eigene
Infektion hilft er wenig.
Gegen
die echte Grippe, auch als
Influenza bekannt, können
sich die Menschen vorbeugend
impfen lassen. "In jeder
Saison wird dafür ein
neuer Impfstoff entwickelt,
in dem alle derzeit aktuellen
Grippeviren berücksichtigt
werden", so Wolter. Denn
auch Viren entwickeln gewisse
Resistenzen.
Einen
Impfstoff gegen die Grippeviren
aus Mexiko gibt es derzeit
noch nicht. Für die Entwicklung
werden mehr als sechs Monate
benötigt. "Wenn Sie
sich jedoch gegen die echte
Grippe impfen lassen, trainieren
Sie Ihr Immunsystem",
so Apotheker
Dirk Eigner. Diese
Impfung muss jährlich
wiederholt werden.
Sollte
bei einem Patienten der Verdacht
bestehen, dass er sich mit
der Schweinegrippe angesteckt
hat, wird der Arzt ihn umgehend
mit speziellen Medikamenten
behandeln. Vorsorglich können
die jedoch nicht eingenommen
werden.
Von
Ilka Wiese

WESTFALENPOST (08.05.2009)
Bildquelle: WP-Foto von Ilka Wiese (iw)

2273
Euro für die Nachwuchsförderung
Bad
Berleburg .
(howe) Satte 2273
Euro Spende
für die
Jugendfeuerwehr Bad Berleburg -
das ist ein ganzer Batzen
Geld, das die Floriansjünger
gut gebrauchen können.
Im Vorfeld hatten Raumausstatter Heiner
Althaus und Apotheker Karsten
Wolter den Erinnerungskalender
mit historischen Motiven
aus Bad Berleburg ausgelegt.
Die Kunden konnten sich bedienen
und durften je nach Lust
und Launen einen kleinen
Spendenbetrag für die
Jugendfeuerwehr entrichten.
Die Kunden machten mit -
und das sogar in vorbildicher
Art und Weise. Jetzt überreichten
die Verantwortlichen der
Aktion den Scheck an die
Jugendfeuerwehr unter Leitung
ihres Stadtjugendfeuerwehrwartes Mario
Schuppener. Wehrführer Reiner
Schilling betonte,
man sei "sehr dankbar" für
die Unterstützung. Die
Feuerwehr bemühe sich,
Jugendliche zu gewinnen,
ihnen eine Ausbildung und
eine Erziehung zu bieten. "In
Zukunft wird das Früchte
tragen für die ganze
Gesellschaft." Das Geld
fließt freilich in
die Ausbildung und Ausrüstung
des Nachwuchses.

Siegener Zeitung (14.01.2009)
Foto: Holger Weber (howe)
